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Aktion für einen barrierefreien Bahnhof

INNICHEN – Am Samstag, 23. September 2017, startete unter der Federführung von Gemeinderat Markus Hackhofer die Aktion, bei der sich eine Gruppe von Bahnfahrern auf dem Bahnhof von Innichen einfand, um dort die Forderung für einen barrierefreien Zutritt zur Bahn zu deponieren.

 

„Für die Durchführung unserer Aktion ‚Für einen barrierefreien Bahnhof Innichen‘ haben wir ganz bewusst den 23. September gewählt. Europaweit wurde in der Woche vom 18. bis zum 24. Oktober die Mobilitätswoche abgehalten, und genau da wollten wir auf die immer noch währenden Missstände am Bahnhof Innichen aufmerksam machen“, erbost sich Markus Hackhofer, für die Bürgerliste im Gemeinderat von Innichen und dort Mitglied der Verkehrskommission. Bereits im Jahre 2013 habe der damalige Landesrat Thomas Wiedmann angekündigt und versprochen, dass das neue Mobilitätszentrum Innichen in der Prioritätenliste der Baumaßnahmen der Südtiroler Transportstrukturen (STA) an oberster Stelle stehe. „Seit dem ist nichts voran gegangen! Der Bahnhof Innichen bietet völlig überalterte Bedingungen, die in keinster Weise den Anforderungen unserer Zeit entsprechen. Es kann nicht sein, dass der im Pustertal nach Bruneck am meisten frequentierte Bahnhof ein absolutes Schlusslicht bei der Modernisierung bildet“, so Hackhofer.

INAKZEPTABLE ZUSTÄNDE
Innichen ist inzwischen der einzige Bahnhof im Pustertal, der noch nicht barrierefrei ist. Diese Tatsache bedingt, dass die Fahrt mit dem Zug für einige Bahnfahrer, vor allem Senioren und Personen mit Kinderwägen, zur Herausforderung wird. Für Rollstuhlfahrer oder Personen mit dem Rollator sei das Ein- und Aussteigen ohne fremde Hilfe gänzlich unmöglich, schildert Hackhofer: „Viele unserer Fahrgäste, die Rollstuhlfahrer sind, müssen auf die Bahnhöfe in Vierschach oder Toblach ausweichen, wenn gerade keine Hilfe zur Verfügung steht. Dem Zugpersonal ist es per Gesetz nicht erlaubt, hier aktiv mit anzupacken.“ In Innichen sei man sich stets bewusst gewesen, dass der Bau der Haltestelle mehrere Jahre beanspruchen würde, doch dass man den Beschluss für den Planungsauftrag immer weiter in die Länge ziehe und noch immer nicht erteilt habe, sei nicht nachvollziehbar. „Drei Mal war der Tagesordnungspunkt ‚Mobilitätszentrum Innichen‘ angesetzt, bei der wöchentlichen Sitzung der Landesregierung. Drei Mal hat man diesen Tagesordnungspunkt ganz einfach nicht behandelt. Und nun, jetzt im September, hatte man das Mobilitätszentrum Innichen gleich gar nicht mehr auf die Tagesordnung gesetzt!“, beanstandet Hackhofer.

KEINE CHANCENGLEICHHEIT
Dass in Innichen noch keine Aussicht besteht, niveaugleich mit anderen Bahnhöfen und barrierefrei ein- und auszusteigen, darüber sind viele Bürger/innen verärgert, und diesen Unmut haben sie deutlich am Aktionstag auf dem Bahnhof von Innichen kundgetan. Auf diversen Transparenten standen Proteste wie: „Warum geht es in Innichen nicht weiter?“, „Wir wollen einsteigen wie in St. Lorenzen!“, „Die Bahnfahrer von Innichen verdienen die gleiche Aufmerksamkeit wie die Liftbetreiber von Innichen!“. (SP)