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Das geht ja gut los

Die Schwimmerinnen und Schwimmer des SSV Bruneck befinden sich in einer beeindruckenden Frühform. Beim internationalen Schwimm-Meeting Anfang November in Bozen zeigten die Schützlinge von Chef-Coach Pirmin Pramstaller herausragende Leistungen. Die Neuausrichtung der Trainingsmethoden trägt erste Früchte.

 

Eigentlich sollte es nur eine erste Standortbestimmung sein. Die Erwartungen nach der langen Sommerpause waren gering, zumal das Schwimm-Team des SSV Bruneck erst relativ wenige Längen in den Armen und Beinen hat und vom Wettkampfrhythmus noch weit entfernt ist. „Für uns geht es vorrangig darum, neue Motivation zu schöpfen, uns schrittweise an das Topniveau heran zu tasten“, hatte Pirmin Pramstaller im Vorfeld des internationalen Schwimm-Meetings am Bozner Pfarrhof die Devise ausgegeben. Doch dann kam alles anders. Beim hochkarätig besetzten Wettkampf in der Landeshauptstadt, der heuer bereits zum 21. Mal stattfand, wuchsen seine Schützlinge regelrecht über sich hinaus und verblüfften Beobachter, Eltern und nicht zuletzt auch ihren Coach. Pramstallers Arbeit trägt erste Früchte. Seit nunmehr einem Jahr versucht er mit innovativen Trainingsansätzen dem Schwimmsport in Bruneck neuen Elan zu geben. Der Puschtra traf sich mit ihm, um über das Abschneiden in Bozen und die anstehende Saison zu sprechen.

 

Puschtra: Pirmin, was war für dich die größte Überraschung beim Meeting in Bozen?
Pirmin Pramstaller: Ehrlich gesagt, gab’s für mich dort nur Überraschungen. Ich hatte regelrecht Gänsehaut, als ich sah, welche Leistungen mein Team in Bozen ablieferte. Man muss sich vor Augen halten, dass grob geschätzt in 95 Prozent der Rennen die Schwimmerinnen und Schwimmer aus Bruneck neue Bestzeiten geschwommen sind. Das war fantastisch, zumal einige ihre persönlichen Rekorde regelrecht pulverisiert haben. Nur ein Beispiel: Ein paar Athleten sind sogar an die magische Ein-Minuten-Marke über 100 Meter Freistil zum Greifen nahe herangekommen. Das Team des SSV Bruneck Schwimmen hat eine bärenstarke Leistung gezeigt. Ich bin begeistert.

Respekt. So eine außergewöhnliche Leistungssteigerung kann aber  unter Umständen auch schnell zum Boomerang werden. Was machst du, damit deine Schützlinge jetzt nicht abheben und eingebildet werden?
Das wird nicht passieren, wir sind als Team nämlich sehr gut geerdet. Das Meeting in Bozen war erstaunlich, aber Tatsache ist, dass wir im landesweiten Vergleich zunächst mal im Mittelfeld angekommen sind. Es gibt in Südtirol nach wie vor Schwimmer und Teams, die uns beträchtlich distanzieren. Der nüchterne Blick auf die Ergebnislisten verhindert ein vorschnelles Abheben, gleichzeitig ist er aber auch die Quelle für neue Motivation. Denn erstmals seit Jahren muss man die Schwimmerinnen und Schwimmer aus Bruneck nicht mehr am unteren Ende des Tableaus suchen. Das ist ein großer Schritt für uns. Ich bin mächtig stolz auf das, was wir bisher erreicht haben. Jeder von uns weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt.

Auch andere arbeiten hart an sich. Die Leistungsexplosion deiner Schützlinge hat wahrscheinlich noch andere Ursachen, oder?
In der Tat kann ich mir gewisse Resultate, die wir in Bozen abgeliefert haben, selbst nur schwer erklären. Meine erste Analyse führt diese gewaltige Steigerung auf drei Ursachen zurück. Erstens haben wir im letzten Jahr konsequent und gut gearbeitet. Zweitens durchlaufen gar einige derzeit ihre Pubertät. Der Körper entwickelt in dieser Phase neue, ungeahnte Kräfte. Es entsteht also ein physiologisches Potential, das die Mädchen und Jungs offensichtlich sehr gut umsetzen. Und drittens haben sie gelernt, die Ruhepause im Sommer gut zu nutzen. Sie sind entspannt zurück gekommen und sind in Bozen ohne überzogene Erwartungen oder selbst auferlegten Druck ins Rennen gegangen. Frei im Kopf, mit viel Kraft und soliden technischen Grundlagen: so schafft man Spitzenleistungen.

Die Aufwärmphase ist abgeschlossen. Jetzt geht’s so richtig los. Auf welche Saisonhöhepunkte ist eure Trainingsarbeit in den nächsten Monaten ausgerichtet?
Bis Weihnachten möchten wir Vollgas geben. Am 17. Dezember steht nämlich die Regional-Ausscheidung für die Mannschafts-Italienmeisterschaften auf dem Programm. Die sogenannte ‚Coppa Brema‘ in Bozen ist der erste Saisonhöhepunkt für uns. Danach gibt’s eine kurze Verschnaufpause bevor wir unseren Fokus auf die Provinzial-Meisterschaften in Meran legen. In der Passerstadt möchten wir im landesweiten Vergleich auf der Kurzbahn ein Ausrufezeichen setzen. Danach machen wir einen letzten tiefen Atemzug bevor wir mit voller Konzentration auf die Regionalmeisterschaften auf der Langbahn im Sommer hinarbeiten.  Wir haben ein dicht gestaffeltes Programm. Ich freu‘ mich drauf.