Maratona dles Dolomites

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Maratona dles Dolomites

Badia – Am 7. Juli fand die 33. Ausgabe der Maratona dles Dolomites im Val Badia statt, die sich mittlerweile zur Königin unter den Amateur-Radveranstaltungen etabliert hat.

Die diesjährige Ausgabe stand unter den Motto „Duman“, ladinisch für einen Morgen, der unserer Mutter Erde gewidmet ist. Mit dieser wichtigen Thematik will der Organisator vor allem auf einen bewussten Umgang mit der Natur und der einzigartigen Schönheit des UNESCO Weltnaturerbes – den Dolomiten – aufmerksam machen. Das Event der Superlative liefert wie jedes Jahr unfassbare Zahlen: über 31.600 Anfragen aus 81 verschiedenen Nationen gingen für die üblichen 9.000 Startplätze beim Veranstalter ein. Nach der Auslosung blieben davon noch 72 Nationen über, die Hälfte aller Plätze ging an Italien, die andere wurde international besetzt. Brisant dabei war die neugeschaffene sogenannte „Hoffnungsrunde“: nach sechs negativen Auslosungen in Folge, erhielten exakt 881 Radler nun endlich einen Startplatz. In den sechs Verpflegungsstationen wurden stolze 2.100 Kilogramm Bananen, 800 Kilogramm Orangen und Kuchen, 10.500 gefüllte Brötchen, 8.500 Bratwürstchen, sowie 4.500 Liter Cola und 20.000 Liter Wasser ausgeschenkt. Die 1.500 freiwilligen Helfer standen insgesamt rund 23.500 Stunden im Einsatz und sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Events. Entschädigt für ihre Arbeit und Leidenschaft wurden sie beim großen Grillfest, das inklusive Lotterie am Tag nach den Rennen stattfand.

Sieger der Königsdistanz, Cini Fabio, Elettrico Tommaso und Pisani Vincenzo (v.l.).

Das Rennen
Der Startschuss fiel pünktlich um 6.30 Uhr in La Villa. Unter den kreisenden TV-Hubschraubern konnten sich die Radfahrer über drei verschiedene Strecken rund um den Sellastock messen. Auch heuer wurde das Radspektakel wieder live im Fernsehen übertragen. Diesmal sogar auf RAI 2. 40 Techniker und Journalisten lieferten in der sechsstündigen Übertragung spektakuläre Bilder und Geschichten von der Maratona. Die originale Maratona führt in 138 Kilometer über die Pässe Campolongo, Pordoi, Sella, Grödner Joch, Giau sowie Valparola und beinhaltet 4.230 anspruchsvolle Höhenmeter. Bei der mittleren Strecke sind es 106 Kilometer mit 3.130 hm. Auf der kurzen Sellaronda sind auf 55 Kilometer und 1.780 Höhenmeter zu bewältigen. Kurz vor dem Zielstrich im Herzen von Corvara wartet auf die Teilnehmer die letzte knifflige Herausforderung: die Mür dl Giat, eine 1,2 Kilometer lange Rampe, die mit bis zu 19 Prozent Steigung so manchem Radler zum Verhängnis wurde. Zu den großen Gewinnern über die lange Distanz krönten sich die beiden Vorjahressieger Tommaso Elettrico aus Matera mit einer Zeit von 4:38:13 und die deutsche Christina Rausch mit 5:22:26. Zahlreiche Sportgrößen wie Formel 1 Fahrer Robert Kubica, die Ex-Radstars Filippo Pozzato, Paolo Bettini und Johan Museeuw, Langlaufsprinter Federico Pellegrino mit Freundin Greta Laurent und Abfahrtsqueen Sofia Goggia waren ebenfalls mit von der Partie, wie die einheimischen Ski-Asse Manfred und Manuela Mölgg, Werner Heel und Hannes Zingerle. Ein Erfolgserlebnis hatte die Biathletin Alexia Runggaldier zu verzeichnen. Sie gewann über die kurze Distanz vor Teamkollegin Dorothea Wierer. Beachtliches leistete auch Ex-Formel 1 Fahrer und mehrfacher Para-Olympiasieger Alex Zanardi, der seit seiner Fußamputation 2001 mit dem Handbike unterwegs ist und so die Strecke mit der Kraft seines Oberkörpers bewältigte.

Stichwort „Duman“
Im Zeichen der Nachhaltigkeit wurde im „Maratona Village“, dem Ausstellungsgelände und Zielbereich, die Verwendung von Plastik auf ein Minimum reduziert. Zudem wurde der „Green Corner“, ein eigens geschaffener Bereich für die Mülltrennung, eingerichtet. Das gesammelte Plastik wurde im Verarbeitungszentrum von Verona recycelt und unter anderem zu den im Starterpaket enthaltenen Gilets weiterverarbeitet. Auch alle Begleitfahrzeuge des technischen und medizinischen Supports im Rennen waren mit E-Motoren ausgestattet, um die CO² Emissionen zu reduzieren. Eine Neuheit stellten die Ausstellerhäuschen aus Holz dar, welches aus der von schweren Unwettern getroffenen Region Colle Santa Lucia geholt und verarbeitet wurde. Ein Betrag von 31.000 Euro wurde von der Organisation für die gebeutelte Region bereitgestellt. Die kommende Ausgabe der Maratona dles Dolomites findet am 5. Juli 2020 im Zeichen der „Kunst“ statt. (MT)