5G: Die große Unbekannte

Auftakt in eine neue Amtszeit
13. Februar 2020
Fabian Mutschlechner aus Pfalzen / Hamburg
13. Februar 2020
Alle anzeigen

5G: Die große Unbekannte

Pustertal – Die neue Generation im Mobilfunk hat einen Namen: 5G. Die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz hat dazu vier Informationsabende veranstaltet, darunter auch einen in Bruneck. Anerkannte Experten erläuterten den Interessierten die verschiedenen Aspekte des neuen Mobilfunk-Standards, von den technologischen bis hin zu den gesundheitlichen.

„5G beschäftigt viele besorgte Menschen“, so der Brunecker Bürgermeister Roland Griessmair gleich zu Beginn. Sowohl er als auch Giuliano Vettorato (Landesrat für Umwelt und Energie) schlugen bei ihrer Einführung in dieselbe Kerbe und hoben die Einhaltung der Grenzwerte in Bezug auf die Strahlenbelastung hervor, samt den dazugehörigen Kontrollen – ein Statement, welches sich durch den gesamten Abend ziehen würde.

Zusätzliche Belastung durch 5G
Für Luca Verdi vom Labor für Luftanalysen und Strahlenschutz in Bozen gilt: „Man muss über Zahlen reden können.“ Gefühle seien bei diesem Thema fehl am Platz – denn im Grunde habe jede Strahlung, wie z.B. auch Radio oder das Licht, ihre Merkmale. Zwischen den Jahren 2010 und 2011 sehe er die Wende vom Handy auf das Smartphone, wobei 5G für eine zusätzliche Belastung sorgen würde, da die Vorgängerversionen nicht abgeschaltet werden könnten. Das Rahmengesetz zu den Grenzwerten von 2001 folge dem Gesundheits- und Vorsorgeprinzip, an jedem Einzelnen liege es dann aber maßgeblich, ein angemessenes Nutzungsverhalten an den Tag zu legen.

Auswirkungen auf die Gesundheit
Zu guter Letzt sprach Daniele Mandrioli vom Istituto Ramazzini in Bologna zu den gesundheitlichen Wirkungen der Radiofrequenzen. Er verwies unter anderem auf das Jahr 2011, als sich der Verdacht aufdrängte, dass elektromagnetische Felder krebserregend sein könnten. In diesem Zusammenhang gelte es, unabhängige Bewertungen durchzuführen, da diese gemäß dem Referenten die besten seien.

Fehlende Erfahrungswerte
Aktuell gäbe es laut Mandrioli keine laufenden Studien zu 5G, man stütze sich einzig auf die in Italien niedrigen Grenzwerte und die fehlenden Hinweise auf Gesundheitsschäden durch hochfrequente Strahlung wie 5G. Am Ende der Veranstaltung lag es an den Zuhörern, Fragen an die Experten zu richten, die etwaige Zweifel auszuräumen versuchten – leider gelang das nicht restlos, dazu stellt 5G eine (noch) zu große Unbekannte dar.