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Winterfeste Triathleten bei der WM

Asiago/Pustertal – Triathlon im Winter? Ja, das geht und wie! Laufen, Radfahren und Langlaufen – ein Ausdauermehrkampf der besonderen Form. Bereits zum zweiten Mal in Folge fanden die Weltmeisterschaften im Wintertriathlon in Asiago statt. Mit dabei waren auch zwei erfolgreiche Athleten aus dem Pustertal.

Triathlon gibt es in ziemlich allen erdenklichen Formen und Varianten, so auch im Winter. Der Wintertriathlon ist eine noch relativ junge und moderne Sportart, die den Athleten alles abverlangt, sei es in Sachen Kondition, aber auch die Wechsel und das Material sind rennmitentscheidend. Ein Wettkampf findet fast ausschließlich auf Schnee, also auf präparierten Loipen statt und läuft folgendermaßen ab: Gestartet wird in Laufschuhen, die vorzugsweise ein ausgeprägten Profil auf der Sohle haben. Nach der Laufrunde wird auf das Mountainbike gewechselt, welches mit Spikes ausgerüstet ist und der Reifendruck eine wichtige Rolle spielt. Die Regeln in der Wechselzone sind dabei identisch mit jenen des normalen Triathlons, jede Sekunde zählt. Die entscheidende Schlussdisziplin ist das Skilanglaufen, wo sich meistens das Rennen entscheidet, gesucht wird der kompletteste Läufer, die kompletteste Läuferin.

Am 8. und 9. Februar fand auf dem bekannten Hochplateau von Asiago mit den Weltmeisterschaften der Saisonhöhepunkt statt. Ausgetragen wurden diese in den Formaten Individual (Einzelstart) und Single-Mixed-Staffel, wo sich jeweils ein Mann und eine Frau abwechseln und zweimal eine kürzere Sprintstrecke absolvieren. Unterteilt wird in die Kategorien Elite, U23 und Junior, sowie bei den Weltmeisterschaften jeweils in die sogenannten „Age Groups“, hier treten immer vier Jahrgänge gegeneinander an. Zudem fanden am Sonntag gleichzeitig auch die Wettkämpfe der Menschen mit Beeinträchtigungen statt. Die Weltmeisterschaften 2020 waren mit 328 Athleten und Athletinnen aus 20 Nationen und vier Kontinenten ein voller Erfolg. Das größte Kontingent bot dabei die Heimnation Italien (157) auf, gefolgt von Russland (45) und Österreich (27); am Start waren unter anderem auch zwei Teilnehmer aus Ägypten. Auch aus Südtiroler Sicht verliefen die Weltmeisterschaften durchaus erfolgreich. Eine alte Bekannte aus Taisten schlug wieder zu: egal ob Sommer oder Winter, mit Sandra Mairhofer ist immer zu rechnen. Die 27-Jährige fuhr schon einige Erfolge im herkömmlichen Triathlon, sowie im Crosstriathlon ein. Nach einem soliden fünften Platz (hinter vier Russinnen) im Elite-Einzel, erlief sie zusammen mit Mixed-Partner Giuseppe Lamastra die Silbermedaille in der Staffel. Den Sieg holten sich die Favoriten aus Russland, Dritter wurde die tschechische Mannschaft. Ein dickes Ausrufezeichen setzte der toblacher Sonny Stauder, er kürte sich in der Alterskategorie 25 bis 29 Jahre zum Weltmeister und erreichte insgesamt einen starken neunten Rang im Einzel über dreieinhalb Kilometer Crosslauf, sechs Kilometer Mountainbike und fünf Kilometer Langlauf. Über sein Rennen sagt er: „Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, ins Rennen bin ich gut hineingekommen, leider konnte ich später auf dem Rad nicht ganz mit den Allerbesten mithalten, dafür aber auf den Skiern meine Stärken ausspielen.“, und fügte hinzu: „Die Herausforderung besteht darin, alle Disziplinen auf einen hohen Niveau zu beherrschen, auch die Renneinteilung und Taktik sind ausschlaggebend für ein gutes Ergebnis.“ In den Age Groups sind reine Amateure am Start, Sonny ist gelernter Fahrradmechaniker und trainiert nebenbei so gut es geht. „Ich möchte meinen Team, den „Frecce Bianche Triathlon“ aus Alessandria danken, welches es mir ermöglicht an den Rennen teilzunehmen. Ein großes Dankeschön auch an Massimo Galletti, der mich immer unterstützt und einen super Job macht.“ Der in Toblach wohnhafte Herbalist ist seit einigen Jahren der sportliche Leiter vom nationalen Wintertriathlonverband und bestrebt die Entwicklung der Sportart voranzutreiben: „Wintertriathlon ist eine aufregende Angelegenheit, die jeder machen kann.  Um den Sport hierzulande populärer zu machen, wären die Austragung einiger Rennen auf heimischen Boden hilfreich, wo sich in den nordischen Zentren durchaus die Möglichkeit dazu bietet!“. Den Triathleten wird also das ganze Jahr über nicht langweilig, sie laufen immer auf Hochbetrieb. (MT)