Totengedenken in Pandemie-Zeiten

Einladendes Pfarrzentrum
12. November 2020
Wolfgang Moser aus St.Georgen/Barbian
12. November 2020
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Totengedenken in Pandemie-Zeiten

Die Feierlichkeiten zu Allerheiligen und Allerseelen sind heuer Corona-bedingt anders ausgefallen als gewöhnlich. Ein Glück, dass sie überhaupt erlaubt waren, kam ihnen doch gerade in diesem Jahr eine besonders große Bedeutung zu.

Aufgrund der Corona-Krise hat das Totengedenken heuer zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Vor allem für Menschen, die das Begräbnis ihrer Angehörigen nicht feiern konnten, war das diesjährige Allerheiligen und Allerseelen eine überaus wichtige, trostspendende Station im Prozess ihrer Trauerbewältigung. Umso wichtiger war es, Allerheiligen und Allerseelen nicht nur zuhause vor dem Bildschirm, sondern in Gemeinschaft in den Kirchen und auf den Friedhöfen so würdevoll, wie es zu Pandemiezeiten eben möglich ist, begehen zu dürfen. Während die Friedhöfe im Trentino gesperrt waren, war der Grabbesuch trotz steigender Infektionszahlen in den meisten Pustertaler Gemeinden grundsätzlich möglich, natürlich galten auch hier strenge Regeln, um das Risiko einer Ansteckung mit Sars-Cov2 auf ein Minimum zu reduzieren. Bischof Ivo Muser unterstrich im Vorfeld die Wichtigkeit dieses Festes: „Das Totengedenken darf nicht ausfallen – gerade heuer nicht. Es muss nicht so sein wie immer, aber mit Respekt, Verantwortung und Hausverstand können wir auch heuer würdig unserer Toten gedenken“. In diesem Sinne wurde schon Tage vor Allerheiligen über die verschiedenen Medien auf die zu beachtenden Regeln wie Maskenpflicht, Sicherheitsabstand, die Benutzung der bereitgestellten Desinfektionsmittel und den geregelten Ein- und Ausgang in die Kirchenräume hingewiesen. Von Treffen mit der Verwandtschaft wurde abgeraten, zudem wurde aufgerufen, nicht alle gleichzeitig die Gräber ihrer Angehörigen aufzusuchen. „Leider konnte es heuer nicht mit der üblichen Feierlichkeit gehalten werden, da die Chöre nicht singen konnten und die Musikkapellen nicht spielten“, sagt Josef Wieser, Dekan der Pfarrei Bruneck. Bei den Gottesdiensten haben allein ein Organist und/oder Solosänger mitgewirkt. „Am Nachmittag sind wir überall auf dem Friedhof geblieben, um Prozessionen von der Kirche zu vermeiden. Die Menschen haben sich an die Vorgaben gehalten. In Bruneck haben wir uns im Vorfeld Sorgen gemacht, ob die vielen Gläubigen den Abstand einhalten könnten, doch es kam nur ein kleiner Prozentsatz der anderen Jahre auf den Friedhof, die anderen kamen zeitversetzt, um die Gräber der Lieben zu besuchen.“ So ist es in der Tat in den allermeisten Pustertaler Gemeinden gelungen, große Menschenansammlungen zu vermeiden; damit wurde einmal mehr Verantwortungsbewusstsein und gelebte Nächstenliebe bewiesen. (SH)