

Vintl – Bodenständig, entscheidungsfreudig und tief im Vereinsleben verwurzelt: Seit Mai 2025 lenkt Robert Seebacher die Geschicke von Vintl. Im Interview blickt er auf sein intensives erstes Amtsjahr zurück und erklärt, wie er die Gemeinde nachhaltig und ohne leere Versprechen in die Zukunft führen will.
Herr Robert Seebacher, haben Sie sich im vergangenen Jahr gut ins Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Vintl eingelebt?
Robert Seebacher: Ja – insgesamt habe ich mich gut in das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Vintl eingelebt. Die Anfangszeit war intensiv und mit vielen neuen Aufgaben und Verantwortungen verbunden, doch dank der guten Zusammenarbeit mit dem Gemeindeausschuss und Gemeinderat konnte ich mich rasch orientieren.
Besonders hilfreich war die konstruktive Unterstützung der Mitarbeiter:innen der Gemeinde. Natürlich gibt es laufend neue Herausforderungen, aber gerade diese machen das Amt abwechslungsreich.
Sie sind der bereits dritte “Seebacher-Bürgermeister” der Gemeinde Vintl? Zufall oder haben Sie die Politik “in den Genen”?
Ich behaupte, dass es eher dem Zufall geschuldet ist. Obwohl mein Onkel langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Vintl war, hielt sich bis vor zehn Jahren mein Interesse an Politik und Gemeindearbeit in Grenzen. Mein Schwerpunkt lag in der Vereinsarbeit. Die damit verbundene Sichtbarkeit im Dorfleben war sicher von Vorteil.
Inwiefern haben sich Ihr Alltag und Ihr Leben verändert, seitdem Sie im Mai 2025 die Funktion des Bürgermeisters übernommen haben?
Da ich bereits vorher zehn Jahre lang als Referent für die Gemeinde tätig war, konnte ich den anstehenden Aufwand für das Bürgermeisteramt sehr gut abschätzen. Der Aufwand hat sich erwartungsgemäß erhöht, der Arbeitsalltag lässt sich aber bislang gut bewältigen. Mein Leben hat sich nicht wesentlich verändert.
Sie werden als fokussiert, diplomatisch und integer beschrieben. Welche weiteren Eigenschaften helfen Ihnen, die Geschicke der Gemeinde zu lenken?
Vor allem Bodenständigkeit, Zuhörbereitschaft und Entscheidungsfreude sind meiner Meinung nach weitere Eigenschaften. Unterschiedliche Meinungen sind abzuwägen und am Ende muss eine Entscheidung getroffen werden. Ebenso wichtig sind Teamfähigkeit und Offenheit für neue Ideen.
Haben Sie bereits eine bestimmte Strategie entwickelt, die Gemeinde zu führen?
Wichtig ist mir eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde – sowohl finanziell als auch in Bezug auf Infrastruktur, Umwelt und Zusammenleben. Dabei setze ich auf realistische Ziele, eine solide Planung und eine schrittweise Umsetzung. Alle vier Dörfer sollen gleichmäßig entwickelt werden.
Mit den aktuellen Fragen zu Verkehrsberuhigung, Urbanistik, Ausverkauf der Heimat, Sicherheit usw. werden Sie tagtäglich mit dringenden Themen konfrontiert…
Ja, einige dieser Themen begegnen mir tatsächlich täglich und beschäftigen viele Bürger:innen. Schnelle und einfache Antworten gibt es nicht. Über die sozialen Medien wird Meinungsmache betrieben und in Einzelfällen flattern auch Briefe mit vielen Unterschriften ins Haus.
Mir ist wichtig, hier nicht mit schnellen Einzelmaßnahmen zu reagieren, sondern langfristige und gut abgestimmte Lösungen zu erarbeiten. Das gelingt meist nur im Dialog mit Fachleuten und mit übergeordneten Institutionen.
Welche weiteren Themen stehen aktuell für den Gemeinderat an?
Neben der Vorstellung und Abstimmung zu verschiedenen Investitionsprojekten aus dem programmatischen Dokument steht für den Gemeinderat in naher Zukunft die Genehmigung des Gemeindeentwicklungsprogrammes auf der Tagesordnung. All diese Themen erfordern eine sorgfältige Planung und eine enge Abstimmung innerhalb des Gemeinderates.
Welche nächsten großen Ziele setzen Sie sich als Bürgermeister?
Mein großes Ziel ist, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die es jungen Menschen ermöglichen, in der Gemeinde zu bleiben und gleichzeitig die Lebensqualität für alle Generationen zu sichern.
Demzufolge sind viele große, mittlere und kleine Projekte notwendig. Meine Vorgänger haben in diesem Sinne sehr gute Vorarbeit geleistet und diese gilt es jetzt weiterzuführen.
Ein Blick in die Zukunft: Wo und wie sehen Sie sich in zehn Jahren?
Ob ich in zehn Jahren noch Bürgermeister bin, werden die Bürger:innen entscheiden. Wenn dem so sein sollte hoffe ich, dass der Gemeinderat bis dahin wichtige Weichen für eine positive Entwicklung der Gemeinde Vintl gestellt hat. Persönlich hoffe ich, mir trotz der Verantwortung die Bodenständigkeit und Nähe zu den Menschen bewahrt zu haben sowie mit Überzeugung und Verantwortungsbewusstsein zum Wohl der Gemeinde gehandelt zu haben.
Vielen Dank, Herr Robert Seebacher!
Es gibt derzeit keine bevorstehenden Veranstaltungen.