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Ein Teldra Tennis-Traum

Ahrntal – Ab Herbst 2026 kann man im „Toul“ ganzjährig Tennis spielen. Eine moderne Traglufthalle macht‘ s möglich. In St. Martin im Ahrntal tut sich etwas: Der Tennisverein Ahrntal steht kurz davor, mit einer Traglufthalle ein neues Kapitel aufzuschlagen. Armin Leiter, aktiver Spieler und seit 2017 Präsident des Vereins sieht darin einen wichtigen Schritt nach vorne.

Denn bislang war der Winter für die heimischen Tennisspieler eine echte Herausforderung. „Wir konnten in den Wintermonaten nie auf unserer Heimanlage trainieren. Das war stets ein Nachteil zu Beginn der Meisterschaftsspiele im Frühjahr“, sagt Armin. Stattdessen musste man nach Sand in Taufers, nach St. Georgen oder in die Turnhalle von St. Johann ausweichen, wo man nur die wenigen Reststunden bekam. Doch wirklich zufrieden war damit niemand.

Der Ausschuss des TV Ahrntal (mit Armin Leiter, hintere Reihe, erster von links).

Sinner lässt grüßen
Der Tennissport im Pustertal erlebt ja gerade einen wahren Höhenflug. „Mit den Erfolgen von Jannik Sinner gibt es einen regelrechten Tennis-Boom bei uns im Ahrntal. Aber die Kapazitäten bespielbarer Tennisplätze im Winter sind stark begrenzt“, erklärt Armin. Wer heute im Winter einen Platz sucht, braucht oft Geduld – oder Glück.
Aus dieser Mischung aus Mangel und Aufbruch entstand schließlich die Idee einer Traglufthalle. Im Vereinsausschuss wurde diskutiert, gerechnet und abgewogen. Am Ende fiel die Entscheidung bewusst pragmatisch: Statt beide Plätze zu überdachen, wird zunächst nur einer winterfest gemacht.
Dass es nun tatsächlich so weit kommt, hat auch mit einem ungewöhnlich reibungslosen Ablauf zu tun. Die technischen Voraussetzungen in St. Martin sind günstig, nicht zuletzt wegen des bestehenden Fernwärmeanschlusses. Auch die Gespräche mit Anrainern verliefen ohne größere Hürden. Und die Gemeindeverwaltung gab rasch grünes Licht – auch, weil die Traglufthalle nur temporär aufgebaut wird, von Mitte Oktober bis Mitte März. Beeindruckend ist zudem, wie schnell die Finanzierung auf die Beine gestellt wurde. „Bei der Suche nach Sponsoren zeigten sich einheimische Unternehmen als sehr spendabel“, berichtet Armin. Rund 50.000 Euro kamen in kurzer Zeit zusammen. Dazu gesellt sich eine Förderung der Provinz Bozen (im Ausmaß von 30 Prozent der Gesamtkosten) sowie Unterstützung aus den Ahrntaler Fraktionen St. Johann und St. Peter. Insgesamt kostet das Projekt rund 120.000 Euro – eine Summe, die der Verein mit Zuversicht betrachtet. Die Einnahmen aus dem Winterbetrieb sollen helfen, die restlichen Kosten innerhalb eines Jahres zu decken.

Hi-Tech für den Nachwuchs
Die Traglufthalle selbst funktioniert nach einem einfachen, aber effektiven Prinzip: Eine luftgefüllte Konstruktion aus Kunststoff wird konstant beheizt und bleibt so stabil – selbst wenn draußen Schnee fällt. Für die Nutzer bedeutet das vor allem eines: angenehme Bedingungen, auch wenn es draußen kalt ist.
Die Erwartungen im Verein sind entsprechend hoch. Besonders der Nachwuchs soll profitieren. „Für den TV Ahrntal bietet die Traglufthalle eine ganz neue Perspektive in der Tennis-Nachwuchsarbeit“, betont Armin. Ganzjähriges Training könnte langfristig nicht nur die Leistung steigern, sondern auch frischen Wind in die Erwachsenen-Mannschaften des TV Ahrntal bringen, deren Altersdurchschnitt derzeit eher hoch ist. Dabei soll die Anlage kein exklusiver Raum bleiben. Neben fixen Trainingszeiten für Kinder, Jugendliche und Vereinsspieler steht der Platz grundsätzlich allen offen. Gebucht wird bequem per App – die nebenbei auch noch die Energieversorgung der Halle intelligent steuert. Und es bleibt nicht bei diesem einen Projekt: Schon im Sommer sollen die beiden Plätze in St. Martin einen neuen Belag erhalten, nämlich einen Kunstrasen mit Quarzsand in den Farben Grün-Blau. Auch die Idee eines dritten Platzes für die Tennisanlage in St. Martin liegt bereits auf dem Tisch. Die Gespräche dazu laufen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, nun ist die Gemeinde am Zug“, sagt Armin augenzwinkernd.
Eines ist jedenfalls klar: In St. Martin will man den Tennis-Boom nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten. Die geplante Traglufthalle ist dafür ein sichtbares Zeichen – und vielleicht der Anfang einer Entwicklung, die den Tennissport im Ahrntal nachhaltig prägen wird.
RF