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Auszeichnungen für das Ehrenamt

Südtirol – Am 15. August wurden traditionell die Verdienstmedaillen des Landes Tirol verliehen – eine besondere Würdigung für unermüdlichen Einsatz und Südtiroler Ehrenamt.
Im Mittelpunkt standen auch diesmal wieder engagierte Menschen aus dem Pustertal.

Auszeichnung für herausragende Verdienste um das Blasmusikwesen und die Jugendarbeit

Heinz Canins.

Heinz Canins aus Abtei hat die Verdienstmedaille für seinen jahrzehntelangen, leidenschaftlichen Einsatz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Gadertals erhalten. Für den Geehrten kam diese Ehrung völlig unerwartet: „Die Verdienstmedaille verliehen zu bekommen war für mich eine extrem positive Überraschung.” Die Ehrung erfüllt ihn mit Stolz, wie er betont: „Ich sehe die Verdienstmedaille als ein Symbol großer Wertschätzung, weshalb sie mir auch viel bedeutet.“ Im Mittelpunkt seines Schaffens steht das Blasmusikwesen, das er über viele Jahre hinweg mitgestaltet und geprägt hat. Heinz Canins hat nicht nur 50 Jahre lang als Musikant gewirkt, sondern maßgeblich organisatorische Verantwortung übernommen. Sein Einsatz begann schon in jungen Jahren: „Ich bin seit 50 Jahren in der Musikkapelle Abtei tätig, schon als Jugendlicher wurde ich in den Ausschuss bestellt, in dem ich dann 32 Jahre ununterbrochen tätig war. In dieser Zeit habe ich mit vollem Enthusiasmus und Idealismus versucht, für unsere Musikkapelle sowie für die Vereinigung der Gadertaler Musikkapellen (Uniun Musighes Val Badia) das Beste zu geben.“ Ein besonderes Herzensanliegen war ihm die Jugend. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass zahlreiche junge Menschen den Zugang zur Musik gefunden haben. Durch die Förderung des Nachwuchses legte er den Grundstein für die Zukunft der Vereine, wobei ihm ein vertrauensvolles Miteinander besonders wichtig war: „Ich war zwar nie als Jugendleiter tätig, habe aber immer versucht, sowohl die Jugendlichen selbst als auch die Jugendleiter zu motivieren. Und ich habe ihnen Vertrauen geschenkt, so wie mir von Beginn an immer Vertrauen entgegengebracht wurde.“ Trotz der großen persönlichen Auszeichnung vergisst Heinz Canins nicht diejenigen, die ihn unterstützt haben. Für ihn ist die Medaille eine Gemeinschaftsleistung: „Die Verdienstmedaille steht nicht mir allein zu, sondern genauso all jenen, die den Weg mit mir gegangen sind, Obmänner, Kapellmeister, Musikantinnen und Musikanten und nicht zuletzt meiner Familie, die – wie bei jedem Vereinsmenschen – viel zurückstecken musste.“

Auszeichnung für herausragende Verdienste um das Eltern-Kind-Zentrum Bruneck sowie das Familiennetzwerk.

Waltraud Erharter Hitthaler.

Waltraud Erharter Hitthaler aus Bruneck wurde mit der Verdienstmedaille für ihr unermüdliches, ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich gewürdigt. Sie ist eine der prägenden Figuren und Säulen des Eltern Kind Zentrums Bruneck. Die ELKIs in Südtirol bieten Familien einen geschützten Raum für Begegnung, Beratung, Austausch und gemeinsame Aktivitäten in den sensiblen ersten Lebensjahren der Kinder. Rückblickend auf die Anfänge zeigt sich, wie viel Mut und Ausdauer hinter diesem Erfolg stecken: „Vor fast vierzig Jahren wurde das erste ELKI in Südtirol gegründet und viele Leute standen dem skeptisch gegenüber”, erinnert sich Waltraud Erharter Hitthaler. Doch schon bald hat sich gezeigt, wie nachhaltig dieses Konzept war. „Heute wären die ELKIs aus Südtirol nicht mehr wegzudenken!“, betont die Geehrte. Ihr Einsatz beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Stadt Bruneck. Frau Erharter Hitthaler hat sich intensiv für den Aufbau und die Festigung des Netzwerks der Eltern Kind Zentren in ganz Südtirol sowie im Internationalen Netzwerk der Mütterzentren (MINE) starkgemacht. „Ich habe mich nicht nur auf Lokalebene fürs ELKI eingesetzt, sondern bin Gründungsmitglied des Netzwerkes der Eltern Kind Zentren Südtirols und seit 20 Jahren bin ich auch im internationalen Netzwerk tätig.“ Mit großer Empathie und strategischem Geschick hat sie Strukturen geschaffen, die Eltern in ihrem Erziehungsalltag nachhaltig unterstützen und stärken. Ihre Auszeichnung ist ein Zeichen des Dankes für diesen unverzichtbaren Beitrag zur Familienförderung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für Waltraud Erharter Hitthaler ist die Verdienstmedaille eine Anerkennung, die weit über ihre eigene Person hinausreicht: „Mir bedeutet die Verdienstmedaille wirklich viel. Vor allem auch deshalb, weil sie eine Wertschätzung für die gesamte ELKI-Bewegung in Südtirol ist.“

Auszeichnung für Verdienste um das Kirchenwesen im Gadertal

Jakob Wendelin Willeit

Es ist eine Auszeichnung für ein lebenslanges Wirken im Kirchenwesen des Gadertals: Jakob Wendelin Willeit, langjähriger Dekan und Seelsorger aus Enneberg und wohnhaft in Abtei, wurde mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol geehrt. Er gilt als eine der profiliertesten geistlichen und gesellschaftlichen Bezugspersonen der Region. Über Generationen hinweg leitete und begleitete er die Seelsorge in den ladinischen Pfarreien, unter anderem als tragende Kraft in der Seelsorgeeinheit „Unité pastorala Val Badia“. Trotz der großen gesellschaftlichen Anerkennung zeigt sich der Geistliche bescheiden: „Obwohl ich im Grunde genommen nicht sehr für Ehrungen bin, war ich wirklich überrascht und habe mich darüber gefreut“, so Willeit sichtlich gerührt über die Auszeichnung. Die feierliche Übergabe in Innsbruck hinterließ bei ihm einen bleibenden Eindruck, insbesondere durch das Zusammentreffen mit anderen engagierten Menschen: „Die Feierlichkeit selbst war sehr schön und bestens organisiert, aber das Schönste dabei war, zu sehen, wie viele Menschen Gutes tun. In einer Zeit wie heute ist das nicht selbstverständlich.“ Neben seinen seelsorgerischen Pflichten zeichnet sich Willeit seit jeher durch die Pflege lokaler, religiöser Traditionen aus – so ist er seit vielen Jahren fester Bestandteil des traditionellen Leonardiritts in Alta Badia. Sein unermüdlicher Einsatz ging dabei immer weit über die rein spirituelle Begleitung hinaus: Er war stets ein verlässlicher Brückenbauer, der das soziale Gefüge im Tal stärkte, kirchliche Strukturen modernisierte und das religiöse Erbe sowie die Identität des Gadertals für die Zukunft bewahrte. Ein besonderer Schwerpunkt zog sich jedoch wie ein roter Faden durch sein gesamtes Wirken: die Arbeit mit der kommenden Generation. „Mir persönlich war besonders mein Einsatz für die Jugend immer wichtig. Kinder, Jugendliche, Jungschar und generell die Jugendarbeit waren mir stets ein Herzensanliegen und ich glaube, dass mein Einsatz in diesem Bereich auch immer sehr geschätzt wurde“, betont der ehemalige Dekan im Rückblick auf seine jahrzehntelange Arbeit.
SH