Liebe Leserin, lieber Leser,

die Adventszeit ist da: Diese vorweihnachtliche Zeit ist geprägt von vielen Bräuchen, die die Vorfreude auf das Weihnachtsfest verschönern. Besonders in dieser Zeit, die von einer Pandemie geprägt ist, wollen wir diese Vorfreude nicht missen und sie so schön wie möglich gestalten. Traditionellen Rituale helfen uns die Adventszeit zu einer besonderen Zeit zu machen.

So zeigt uns etwa der Adventskranz an, wie lange es noch bis Weihnachten dauern wird. Angeblich soll der Erfinder des Adventskranzes, der evangelische Theologe, Johann Wichern, den Kranz für Heimkinder erfunden haben, um ihnen das Warten auf Weihnachten zu verkürzen. 1839 trug der Kranz vier große und 19 kleine Kerzen, die von Wichern auf einem Holzrad befestigt wurden. Die Tannenzweige kamen erst Jahre später hinzu. Der Adventskranz wird auch bei uns in vielen Haushalten aufgestellt. Die Kränze sind heute in den unterschiedlichsten Materialien zu finden. Am Schönsten ist es aber, den Kranz selbst zu binden.

Wie viele Tage es noch bis Heiligabend sind, verrät uns auch der Adventskalender. Bereits im 19. Jahrhundert soll es verschiedene Formen von Adventskalendern gegeben haben, die meist religiös motiviert waren. Heute verbergen sich hinter den 24 Adventskalendertürchen meist kleine Schokoladefiguren, die vor allem für Kinder spannend sind.

Ein beliebtes Ritual im Dezember ist ebenso das Aufstellen eines Barbarazweiges, der am Christtag seine Blüten entfaltet. Traditionell werden am 4. Dezember, dem Gedenk- und Namenstag der Heiligen Barbara, von Kirschbäumen Zweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt. Für diesen Adventsbrauch eigenen sich aber auch alle anderen Obstgehölze, Forsythiensträucher, Ginster oder andere Frühblüher. Die Zweige schräg anschneiden, in lauwarmes Wasser stellen und zum Antreiben in einem leicht temperierten Raum geben. Anschließend für die Vase mit den Barbarazweigen einen hellen und warmen Standort suchen und fleißig das Wasser wechseln. So können Sie sich am Heiligen Abend über Barbarazweige mit vollen Blüten erfreuen. In der Adventszeit immer öfter zu beobachten sind auch bei uns die Mistelsträucher, die bevorzugt über Türen aufgehängt werden oder als dekorativer Weihnachtsschmuck dienen. Aus England kommt der Brauch, dass sich Liebende unter dem Mistelstrauch küssen sollen. Die Mistelsträucher leben als Schmarotzerpflanze zum Beispiel auf Ahorn, Pappeln auch auf Tannen und Kiefern. Ins Wasser gestellt bleiben die immergrünen Pflanzen lange Zeit frisch.

Mit diesen Ritualen wünsche ich Ihnen eine dekorative Adventszeit, die Ihnen das Warten auf Weihnachten verkürzen und verschönern soll.

Herzlich,
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it