Liebe Leserin, lieber Leser,

wie zu erwarten kam nach dem Schnee- und Verkehrschaos, das vor kurzem auf Südtirols Straßen und auf der Brennerautobahn herrschte, die verzweifelte Suche nach Schuldigen und nach Lösungen. Stellungnahmen, Kommentare und Rechtfertigungen folgten. Gründliche Analysen und Treffen auf höchster politischer Ebene sollten im Nachhinein feststellen, was getan werden kann, um so einen Ausnahmezustand in Zukunft zu verhindern.
Dieses Dilemma hat uns vor allem eines gezeigt. Wir haben die Grenze des Verkehrsaufkommens erreicht und stehen nun mit dem Rücken zur Wand. Es reicht, dass einige unglückliche Situationen aufeinandertreffen: Ein Wochenende mit viel Verkehr und Fahrverboten, einige Unfälle, die Stau verursachen, schlechtes Wetter mit Schnee sowie unzureichende Ausrüstung und schon ist die Situation nicht mehr unter Kontrolle zu bringen.
Und es ist nicht nur die Brennerautobahn, die ihre Grenzen erreicht hat, sondern vor allem auch das Straßennetz in den Tälern. Der Verkehr nimmt von Jahr zu Jahr zu und mit diesem schwindet auch die Lebensqualität derer, die in diesen Gebieten leben und arbeiten.
Bereits das tägliche Verkehrsaufkommen, das heute an Werktagen im Pustertal vorhanden ist, ist für einen Pendler, der auf seinen Arbeitsplatz und nach Haus zurück fährt, zur Nervensache geworden. Ganz zu schweigen von den Tausenden Autos und Lkws, die heute zu Stoß- und Saisonszeiten durch das „Grüne Tal“ donnern. Diese Situationen sind auch ohne intensive Wetterkapriolen schon schlimm genug und haben die Grenzen des Ertragbaren bereits erreicht.
Weil die Saisonen für Urlauber immer länger werden, ist es auch in den Nebensaisonen Schluss mit ruhig. Vor einigen Jahren konnte man sich zumindest in diesen Zwischenzeiten freuen, auch mal ausschlafen und anschließend trotzdem noch einen Ausflug unternehmen zu können, ohne stundenlang im Stau zu stehen.
Natürlich bleibt es jedem offen auch am Wochenende in aller Hergottsfrühe aufzustehen, um auch sicher eine freie Fahrt zu haben. In den letzten Jahren ist so mancher Morgenmuffel zum Frühaufsteher mutiert, nur um dem Stau sprichwörtlich aus dem Weg zu fahren. Die Natur hat gefälligst auch noch mitzuspielen. Wehe wenn sie es sich erlaubt, und dann auch noch an einem Wochenende, so viel an Schnee zu liefern!

 

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it