Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn die Tage kürzer werden und die Sonnenstrahlen seltener, zieht der Herbst ins Land. Ein Gefühl des Aufbruchs, aber auch der Stille macht sich überall breit und der Beginn einer neuen Jahreszeit kündigt sich an. Dieses Neue hat etwas Hektisches, Aufregendes und Spannendes und gleichzeitig etwas Friedlich und in sich Ruhendes in sich. Der Herbst ist nicht mehr weit! Natur, Mensch und Tier bereiten sich auf die bevorstehende kalte Jahreszeit vor.

Die Stauden und Flechten in alpinen Höhen sind teilweise schon rotgefärbt und die Pflanzen bündeln ihre Kraft in den Wurzeln, wo sie auf den nächsten Frühling wartet. Der Morgenfrost lässt Gräser silbern aufleuchten und die letzten warmen Nachmittage lassen den Sommer endgültig ausklingen. Eine gemächliche Ruhe und gleichzeitig ein geschäftiges Treiben füllen die kurzen Tage und immer länger werdenden Nächte.

Bei vielen Tieren heißt es jetzt das Winterquartier aufschlagen und sich den nötigen Winterspeck anfressen, um über den Winter zu kommen. Da wird der Bau mit trockenen Pflanzen ausgepolstert und Futtervorräte angesammelt. Die einen werden munter und die anderen schlafen, um den Winter zu überleben. Das Winterkleid wird übergezogen und Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel auf die kalten Temperaturen angepasst. Am Himmel kann man große Scharen von Vögeln beobachten, die in den Süden ziehen. Auf der Alm kehrt Ruhe ein: Das Vieh wird geschmückt und mit “Goaßlkrocha“ in die heimischen Ställe begleitet.

Auch an und in uns macht sich der Herbst sichtbar: Die Sandalen und kurzen Hosen müssen nun – nicht selten mit Wehmut – im hintersten Winkel des Schrankes verstaut werden. Und ein prüfender Blick auf die Wintergarderobe weckt die Lust auf Veränderung, die durch die Modeindustrie noch angefeuert wird. Ist doch der Herbst für diese Branche die erfolgreichste Jahreszeit. Zur Hektik im Außen gesellt sich jedoch auch ein innerer Ruf nach Stille. Die Zeit scheint sich zu verlangsamen und lässt uns innehalten: gemächlicher, bedächtiger, friedlicher…

Herzlich,
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it