Liebe Leserin, lieber Leser,

das Osterwochenende ist hinter uns, und was bleibt übrig bis auf einen vollen Magen und einen, unter dem Gewicht des „Geweichtn“, fast zusammenbrechenden Kühlschranks? Blicken wir zurück: Mittwoch der 14. Februar 2018, Aschermittwoch. Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit bis Ostern. Die Kirchen sind an diesem Abend etwas besuchter als sonst, jedoch nur einige wenige davon sind voll. Komischerweise, wenn man mit den Leuten redet ist irgendwie jeder beim Fasten. So scheint es fast, dass das Fasten weniger Religion aber mehr Mode und Trend geworden ist. Aber was bedeutet Fasten heutzutage? Die Essenz des Fastens ist der bewusste Verzicht mit dem Hintergrund, dass wenn ich auf etwas Verzichte es später mehr zu schätzen weiß.
Da wir heute wieder wie in den 70er Jahren, in einer Wegwerfgesellschaft angekommen sind, glaube ich, dass viele Leute den Verzicht suchen. Wobei der Fokus jedoch nicht mehr auf dem Essen liegt, sondern sich in das Fasten auf Konsum und Luxusprodukte verlagert hat. Verzicht auf Handy, auf’s Shoppen auch auf Alkohol und Zigaretten sind momentan im Trend. Wie oft sieht man, oder ertappt sich selbst mit dem Gedanken „Ach das kaufe ich das kostet eh nicht viel, falls es kaputt wird oder es mir nicht passt oder gefällt werf ich es halt weg!“ Doch sind wir mit diesen Gedanken und dieser Art des Fastens dann tasächlich noch mit dem Osterfasten in einer Linie?
Verstehen Sie mich nicht falsch liebe Leser, auch ich selbst kann mir hier an die Nase fassen, auch ich bin kein Heiliger. Aber schlussendlich ist es doch so, es wird vierzig Tage gefastet um dann am Ostersonntag das alles irgendwie nachzuholen, was man die vierzig Tage versäumt hat. Und ganz ehrlich, unter uns, wer sagt nicht nach dem Mittagessen am Ostersonntag, er könne nicht mehr weil er soviel gegessen habe? Und da frage ich mich, ob wir nicht doch alle einfach das ganze Jahr über etwas überlegter, etwas langsamer und etwas gezielter Fasten oder auch Konsumieren sollten?

Denn auf Dauer gesehen, ist so etwas nicht nur für uns selbst gesünder sondern auch für unser ganzes Umfeld und auch für unsere mittlerweile schon zu sehr geplagte Umwelt. Stichwort Güterverkehr: Warum Erdbeeren ausserhalb der Saison gegessen werden müssen und dafür um den halben Globus importiert werden…,
aber das liebe Leser ist wieder eine anderer Geschichte… oder?

Johannes R. – info@puschtra.it