Liebe Leserin, lieber Leser,

jetzt werden die Tage kürzer, es wird von Tag zu Tag kälter und dunkler und spätestens, wenn uns der Regen und Nebel im November eingeholt hat, macht sich bei vielen ein Gefühl von Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit breit. Der Wechsel der Jahreszeit kann in uns eine depressive Stimmung auslösen, aber auch anhaltender Stress oder andere belastende Ereignisse können eine Depression begünstigen und unsere psychische Gesundheit gefährden.

Studien belegen, dass die Bevölkerung in Südtirol über das Wesen der Krankheit Depression besser aufgeklärt ist, als Menschen anderer Staaten. In Russland halten 34 Prozent, in England 73 Prozent und in Deutschland 74 Prozent der Befragten Depression für eine Krankheit, in Südtirol sind es dagegen 80 Prozent. Dies zeigt, dass die Initiativen und Veranstaltungen, die sich in Südtirol dieser Krankheit widmen, einiges bewegen können.

So haben etwa im September in Brixen wieder die 4. Deutsch-Italienischen Psychiatrietage stattgefunden, die von den ärztlichen Leitern der Brixner und Brunecker psychiatrischen Dienste organisiert wurden. Unter dem provozierenden Titel „Herausforderndes Verhalten – Psychiatrie ja oder nein?“ wurde dabei dargelegt, dass den großen psychosozialen Problemen Südtirols und Italiens gekonnt mit einer offenen und humanistischen Haltung begegnet wird.

Im Oktober geben auch einige Termine Anlass sich mit dem Thema psychische Gesundheit auseinanderzusetzen. So zum Beispiel der Europäische Tag der Depression am 1. Oktober, der Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober und der Nationale Tag der Depression am 20. Oktober. Ein Team von Psychiatriepatienten, Mitgliedern der Selbsthilfevereinigung „Lichtung“ und Künstlern arbeitet schon seit einiger Zeit zusammen, um zum Beispiel das Thema „Vergessen“ sichtbar und erlebbar zu machen. Gemeinsam entwickelten sie Kunstwerke besonderer Art, die zum Nachdenken anregen sollen. Eine Reihe von Organisationen haben diesen kreativen Umgang mit dem Vergessen ideell unterstützt. So zum Beispiel der Verein „Ariadne“, diesmal auch der gesamte Sanitätsbetrieb mit dem Brunecker Bezirk im Besonderen, aber auch das Netzwerk „Europäische Allianz gegen Depression“ und die „European Depression Association“.

Bleibt zu hoffen, dass wir auch in Zukunft über solche Initiativen und Veranstaltungen  darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig es ist, sich mit psychischer Gesundheit zu befassen und darüber zu reden.

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it