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Ein großer Schritt nach vorne

Innichen – Vor Kurzem besuchte Martha Stocker das Aufnahmezentrum „Ex Drusus“. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Thematik der Arbeitsintegration, von den 34 im Aufnahmezentrum lebenden Asylbewerbern haben nämlich alle Arbeit gefunden.

Auch wegen des daraus resultierenden Kontakts mit anderen Sprachen sieht Martha Stocker Arbeit als einen der wichtigsten Teilbereiche von Integration. „Ich habe den Eindruck, dass die Angst, die anfangs da war, verschwunden ist“, meinte sie und dankte auch Simon Stätter, dem Verantwortlichen des Hauses, sowie den Vertretern der Gemeinde Innichen für dieses erreichte Ergebnis. „Innichen als Touristenort braucht vor allem während der Hochsaisonen dringend Arbeiter und die hier lebenden Afrikaner haben alle große Lust zum Arbeiten“, wies Gemeindereferent Cristiano Mazzi auf die gelegen kommende Ergänzung hin. „40 Asylbewerber wirkten viel, jetzt allerdings sehen wir, dass wir sie kaum sehen – meistens sogar beim Arbeiten“, erzählte Michaela Schäfer, die selbst einen Asylbewerber im Kaufhaus „Schäfer“ beschäftigt. Natürlich gebe es ab und zu Kunden, die sich nicht von „einem Asylbewerber“ bedienen ließen, doch sie betonte, dass ihnen die von ihm geleistete Arbeit wichtiger sei, als die Meinung dieser Kunden. Genauso wie Michaela Schäfer hob auch Oswald Stabinger den Arbeitseifer der Asylbewerber hervor. „Selbstverständlich gab es anfangs Probleme wegen der mangelnden Sprachkenntnisse, doch das war nichts Neues für uns. Wir beschäftigen auch viele Menschen aus anderen Ländern“, teilte er mit. Einer von zwei in seiner Konditorei arbeitenden Asylbewerbern zeigte sich vor allem dankbar dafür, dass er an seinem Arbeitsplatz auf keine Art von Diskriminierung treffe. Dort seien alle gleich, ganz egal, ob weiß oder schwarz. Anschließend wurden vier der im „Ex Drusus“ lebenden Asylbeantragenden prämiert. Sie hatten sich einem eintägigen Test gestellt, bei dem sie verschiedenste Aufgaben bewältigen mussten und dabei genauestens beobachtet wurden. So konnten ihre persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen beurteilt werden. Die erhaltene Urkunde hilft ihnen in Zukunft dabei, sich besser vor Arbeitsgebern präsentieren zu können.

LERNEN UND LEHREN
Während des gesamten Treffens versuchte Martha Stocker, eine lockere Beziehung zu den Asylbewerbern aufzubauen. Mehrere Male betonte sie, wie wichtig die Möglichkeit sei, drei Sprachen lernen zu dürfen. Deswegen wechsle auch sie selber immer zwischen den unterschiedlichen Sprachen. Am Ende erhielten die anwesenden Asylbewerber von der Landesrätin noch Informationen über die Geschichte Südtirols. „Als ehemalige Lehrerin gehört es für mich dazu, dass man auch immer etwas lernen kann“, sagte sie. (VZ)