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Auf der Überholspur

Mit den ersten warmen Tagen des neuen Jahres kommt auch die Leichtathletik wieder in die Gänge. Und dieses Jahr scheint ein Puschtra Nachwuchstalent – Ira Harrasser – besonders gut drauf zu sein.

Die Saison hat für die 17-jährige Ira Harrasser vom SSV Bruneck mehr als gut begonnen. Vor einem Monat sicherte sie sich in Ancona bei der U20- und U23-Hallenitalienmeisterschaft die Bronzemedaille. Nur zwei weitere Athletinnen konnten ihre Zeit von 7.83 Sekunden auf 60 Metern übertreffen. Am 2. März wurde sie dann für die italienische Staffel-Nationalmannschaft einberufen und ging zusammen mit den besten U20 Mädels Italiens (Giorgia Bellinazzi, Chiara Gherardi und Margherita Zuecco) in Ancona an den Start. Und das Team der „Azzurre“ endtäuschte nicht. Mit einer Zeit von 1.37,72 gewannen sie klar vor den Französinnen (1.39,50). Ira Harrasser brachte dabei als dritte Läuferin des italienischen Quartetts eine mehr als solide Leistung.
Der durfte Ira treffen und ihr ein paar Fragen darüber stellen, wie das Leben als Athletin aussieht, was ihr besonders am Sport gefällt und welche ihre nächsten Ziele sind.

Puschtra: Wann und wie bist du zur Leichtathletik gekommen?
Ira Harrasser: Angefangen habe ich eigentlich mit Ballett. Meine Schwestern haben bereits Ballett getanzt und ich hab es dann auch ausprobiert. Aber es war mir ehrlich gesagt etwas zu langsam und so bin ich in der ersten oder zweiten Grundschule auf Leichtathletik umgestiegen. Mein Papa ist Mittelstrecken- und Langstreckenläufer und hat mich ein bisschen in diese Richtung gebracht. Auch wenn mir die längeren Strecken nicht so liegen, war ich sofort von den Sprintdisziplinen begeistert.

Was gefällt dir besonders an den Kurzstrecken?
Ich bin eine kleine Perfektionistin und bei den Kurzstrecken muss jede noch so kleine Bewegung passen. Wenn das nicht der Fall ist, schafft man es gar nicht erst, eine gute Zeit rauszuholen. Besonders das Reagieren am Start gefällt mir. Bei jedem Wettkampf ist eine gewisse Anspannung da, kurz bevor es losgeht. Aber bei den Kurzstrecken, finde ich, ist diese Spannung nochmal intensiver.

Wie sieht dein Trainingsplan aus?
Wir Leichtathleten haben eine Sommerpause von zwei Wochen. Im Winter trainieren ohne Unterbrechung, weil es immer sehr schwer ist, von null wieder ins Training einzusteigen. Bis jetzt habe wir in der Halle trainiert, obwohl es schon besser wäre, auf den Sportplatz zu gehen. Aber solange der Schnee noch da ist, wird das etwas schwierig. Ich trainiere drei bis vier Mal in der Woche. Dabei ist eines der Trainings immer Krafttraining. Im Winter konzentrieren wir uns mehr auf die Ausdauer, während wir jetzt im Frühjahr besonders die Starts und die Schnelligkeit auf den kurzen Strecken trainieren. Mein Trainer versucht mich dabei immer ‚mit Gefühl‘ an meine Grenzen zu bringen – was wichtig ist, wenn man sich verbessern will.

Am 2. März hast du mit der U20-Italienmannschaft die 4x200m-Staffel gewonnen. Wie sah dieser Tag für dich aus?
Mein Wettkampf war erst später am Nachmittag. Das war schon recht angenehm, weil ich bis acht Uhr ausschlafen und entspannt Frühstücken konnte. Wenn die Wettkämpfe schon Vormittags beginnen, ist das Ganze immer etwas hektischer und man muss gleich nach dem Aufstehen losfahren. Eine Stunde vor dem Wettkampf beginne ich mich dann aufzuwärmen. Das mache ich meist alleine, weil es immer dieselben Übungen sind. Beim Rennen mit der Nationale war ich alleine, sonst ist meine Trainerin immer dabei und gibt mir noch ein paar Tipps. Kurz bevor es losging war ich dann schon ziemlich aufgeregt. Was mir da immer hilft ist, Musik zu hören. Aber zehn Minuten vor dem Wettkampf, muss man dann auch ein bisschen aufgeregt sein, damit man eine gute Leistung abrufen kann. Mit den anderen drei Mädels zu laufen war schon etwas Besonderes. Bei einem Wettkampf der Nationale ist das Niveau einfach ein ganzes Stück höher und ich musste ein bisschen improvisieren. Ich bin noch nie mit so schnellen Läufern gerannt und Abläufe wie z.B. die Übergabe sind anders – einfach schneller. Am Abend war noch eine Feier, wo Musik aufgelegt wurde und wir zusammen mit den Franzosen getanzt haben. Das finde ich besonders schön an dem Sport. Es geht zwar um den Wettkampf, aber im gleichen Moment lernt man neue Leute und auch neue Freunde kennen. Alle waren so herzlich, ich habe mich sofort wie in einer großen Familie gefühlt.

Welches sind deine nächsten Ziele?
Mein Ziel für die heurige Saison wäre vielleicht schon eine weitere Medaille bei den Italienmeisterschaften zu holen. Darüber würde ich mich sehr freuen. Wenn ich ganz weit nach vorne schaue, dann wäre mein Ziel 2024 bei der Olympiade in Paris teilzunehmen. Aber dazwischen gibt es noch sehr viele kleine Ziele, die ich erreichen möchte, weshalb ich daran gar nicht mal so oft denke. (LMK)