Zelte im Indianerdorf wieder aufgeschlagen

Arge-Alp-Konferenz
12. Juli 2019
Olympisches Wintermärchen: Segen oder Fluch?
12. Juli 2019
Alle anzeigen

Zelte im Indianerdorf wieder aufgeschlagen

Gais – Wer hinter den hohen Holzzaun am Bachufer in Gais kommt, taucht in eine andere Welt ein. Im “Indianer Dorf Winnetou“ wird wieder der Bogen gespannt und die Freundschaftspfeife geraucht. Nach zwei Jahren scheinen alle bürokratischen Hürden genommen.

„Endlich mir hom wiedo öffe“, heißt es in einer Nachricht vom 15. Juni auf der Facebook-Seite „Indianer Dorf Winnetou“. Harry Oberlechner aus Gais ist froh und bedankt sich in einer fünfzeiligen Nachricht bei all seinen Freunden, bei den Vertretern der Gemeinde Gais, allen voran Bürgermeister Christian Gartner und Alex Dariz und auch bei allen in der Landesregierung, die das Projekt Abenteuer Natur unterstützt haben. „Viel zu verdanken habe ich auch dem Grundbesitzer Herbert Mairhofer vom Weberhof, auf dessen Grundstück das Indianer Dorf Winnetou nun wieder zum Leben erwacht ist“, sagt Harry Oberlechner dankbar. Diese Menschen und sein unbändiger Wille an seinem Traum festzuhalten hätten es ermöglicht, dass das Dorf seit kurzem wieder seine Tore geöffnet hat.

Harry Oberlechner mit einer schamanischen Trommel.

In Gais, rechts neben der Brücke und angrenzend an den Fluss hat Harry Oberlechner seine Zelte wieder aufschlagen dürfen. Das Indianerdorf habe sich zwar um einige Meter verschoben, aber nun habe er endlich die Benutzungsgenehmigung in der Tasche. Der Pachtvertrag, für den er so lange gekämpft hat, stehe kurz bevor, erzählt Harry Oberlechner. Zwei Jahre sei es nun her, dass er im August 2017 den Abenteuerpark in Gais aufgrund bürokratischer Hürden schließen musste. Jetzt solle es aber wieder steil bergauf gehen, hofft er. „Mir geht es vor allem um den Respekt der Natur gegenüber. Wir sollten wieder mehr mit und in der Natur leben und Achtsamkeit üben. Diese Philosophie möchte ich an die Kinder und auch an die Erwachsenen weitergeben und sie wieder an die Verbundenheit von Mensch und Natur aber auch von Mensch zu Mensch erinnern. Bei mir ist niemand nur eine Nummer“, sagt Harry Oberlechner. Er liebe es mit kleinen Gruppen zu arbeiten, mit ihnen die Abenteuer Touren zu entdecken und für jeden die nötige Zeit zu haben. Mit den Kindern die Ahr mit einem Kanu erkunden, Bogenschießen, Vogel- und Baumkunde, Seilklettern, Hufeisenwerfen und dabei so viele Indianerpunkte wie möglich holen. Sich am Lagerfeuer wärmen, die Freundschaftspfeife rauchen und dabei Geschichten erzählen. Harry Oberlechner will die Kinder erreichen, ihre Träume anregen und ihnen das Lachen in ihre Gesichter zurückzaubern.
„Jetzt geht es darum, alles wieder so aufzubauen, wie es einmal war“, sagt Harry Oberlechner bedacht. Denn bei all der Freude, die ihm diese Arbeit bringt, muss ein Unternehmen auch finanziell gut dastehen und die letzten zwei Jahre hätten ihm auch finanziell viel abverlangt, betont Harry Oberlechner. Bis alles wieder laufe, benötige es seinen vollen Einsatz. Um den Neustart und Wiederaufbau zu finanzieren, hat Oberlechner auch ein kleines Glücks-Büchlein geschrieben, das im Indianerdorf verkauft wird. Die letzten zwei Jahre habe Oberlechner wieder als Seilbahnmonteur gearbeitet und möchte vorerst in den Wintermonaten auch wieder in seinen alten Beruf zurück und im Sommer dann das Indianerdorf betreiben. Die Zukunft stellt sich Oberlechner aber anders vor: „Mein Ziel ist es das ganze Jahr über hier zu arbeiten, auch für die Wintermonate ein Programm auf die Beine zu stellen und dieses auszubauen“, sagt er. Momentan werden im „Indianer Dorf Winnetou“ Kindergeburtstage gefeiert, Schulausflüge organisiert und Familien mit Kindern oder auch Erwachsenen gezeigt, was es in der Natur alles zu entdecken gibt. (TL)