Die „Gaisinger Schottergrube“

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Die „Gaisinger Schottergrube“

Gais – Die Schottergrube in Gais – ein steiniges Thema für die Bewohner der Gemeinde. Schon seit einiger Zeit trübt die causa Schottergrube das Dorfleben beträchtlich. Am 2. November 2019 war es soweit und den verärgerten Bürgern wurde die Chance geboten ihrer Stimme bei einer Bürgerbefragung und der anschließenden Meinungsumfrage Kraft zu verleihen.

Das „Gemeindejournal Gais“ hat in Folge der vielfältigen Informationen bezüglich der Schottergrube in seiner letzten Ausgabe die Chronologie der Schottergrube veröffentlicht. Bereits 2011 hat Roland Pezzi der Firma BWR eine Studie zur Eröffnung einer Gruber auf der G.P. 598/1 der Gemeinde vorgelegt. 2012 nahm die Gemeinde Stellung dazu, meinte das Projekt sei zu überdimensioniert. Der Gemeindeausschuss wollte nicht einer Entscheidung der Fraktionsverwaltung vorgreifen. Daraufhin erwiderte die Fraktionsverwaltung ihre positive Einstellung gegenüber dem Projekt – dann war bis 2018 Ruhe um das Thema eingekehrt.

Intransparenz
Die Verärgerung in der Gemeinde ist groß: man wurde zu spät und zu wenig informiert und woher kommt der plötzliche Sinneswandel. Doch Vizebürgermeister Alex Dariz rechtfertigt, dass ein solches Projekt direkt an die Baukommission weitergeleitet wird und dort ein Gutachten erstellt wird. Dieses fiel jedoch negativ aus: Staub- und Lärmbelästigung, sowie die Nähe zu der Wohnzone wurden bemängelt. Da das Projekt über eine solche Größenordnung verfügt musste eine Umweltveträglichkeitsprüfung (UVP) gemacht werden – und sollte eine solche positiv ausfallen, so sei es laut Landesregierung unmöglich ein solches Projekt abzulehnen. Die Gemeindeverwaltung hat hierbei zwar das Recht eine Stellungnahme abzugeben hat aber kein Mitspracherecht. „Ich habe das Projekt erst in der Baukommission gesehen. Als ich die lange Laufzeit und die Größenordnung gesehen habe, verlangte ich die Vertagung sowie mehr Informationen“, so Dariz. Dariz ist in der Baukommission die Vertretung des Bürgermeisters Gartner Christian, da dieser Gesellschafter der Betreibergesellschaft BWR ist und sich deshalb als „befangen“ erklärt hat.
Somit wurde zum Bürgerabend geladen, woraufhin sich eine Bürgerinitiative gegründet hat, welche sich das Ziel „rettet die Weide“ gesetzt hat. Hierfür wurden ca. 1.000 Unterschriften gesammelt. Stefan Putzer, Sprecher der Bürgerinitiative erklärte: „Gais verfügt bereits über zwei Schottergruben (Sternbach + BWR) und wird nun mit einer dritten Grube beglückt. Die Frage nach den Nutznießern sollte man dabei nicht außer Acht lassen. Denn, dass die Gaisinger Bevölkerung mit dieser dritten Grube keine große Freude hat, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein.“

Bürgerbefragung und Meinungsumfrage
Am 2. November 2019 fand die Bürgerbefragung in Gais statt. 1565 Bürger hatten die Chance zwischen drei verschiedenen Varianten zu entscheiden. Durch die im Vorfeld rund 1.000 gesammelten Unterschriften war die magere Zahl der abstimmenden enttäuschend: nur 38 Prozent der Wahlberechtigten erschienen zur Bürgerbefragung und der anschließende Meinungsumfrage. Das Ergebnis ist trotzdem eindeutig: 79 Prozent stimmten für Variante B – die am weitesten von der Wohnzone entfernte Variante. Die Ergebnisse wurden an die Landesregierung weitergeleitet. Die Resultate sind noch ausständig und werden in den kommenden Tagen veröffentlicht. „Wir hoffen, dass die Landesregierung auf die Wünsche der Bürger eingeht und die Verschiebung nach Norden gemacht wird“, erklärt Dariz abschließend. (LP)