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Discofieber

Dietenheim – Eine Dorfdisco war weit mehr als ein Tanzlokal, sie war Treffpunkt junger Menschen, Bühne für neue Musiktrends und Schauplatz unvergesslicher Nächte. Für viele Teenager wurde sie zum Symbol einer neugewonnenen Freiheit, zum Ort der ersten großen Schwärmerei und zu einem wichtigen Abschnitt ihrer Jugendzeit. Eine neue Sonderausstellung mit dem Titel „Dorf Disco 1967–1997. Zurück in die große Zeit der Südtiroler Diskotheken“ widmet sich das Südtiroler Landesmuseum für Volkskunde einem wichtigen Kapitel der Südtiroler Unterhaltungs- und Jugendkultur und zwar dem der Lokale, die über Jahrzehnte das Nachtleben des Landes entscheidend mitgeprägt haben.

Discokultur
Anhand persönlicher Geschichten, Fotografien und Erinnerungsstücke lässt die Ausstellung die Südtiroler Discokultur der Jahre 1967 bis 1997 wieder aufleben. Sie erzählt von legendären Nächten, großen Emotionen und dem unverwechselbaren Zeitgeist einer Ära, in der die Dorfdisco Ausdruck des jugendlichen Lebensstils in Südtirol war.
Bei der Ausstellungseröffnung gab Museumsdirektorin Alexandra Untersulzner Einblicke in die Entstehung des Projekts: Die Idee zu einer Ausstellung über die Südtiroler Diskotheken gab es im Museum bereits seit längerer Zeit; anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Museums habe schließlich der Wunsch bestanden, eine Sonderausstellung zu realisieren, die ein unterhaltsames Thema aufgreife und zugleich einen wichtigen Aspekt der jüngeren Kulturgeschichte Südtirols beleuchte, so Untersulzner.

Erinnerungen
Im Rahmen der wissenschaftlichen Aufarbeitung führte Ausstellungskuratorin Evi Weissteiner über 60 Interviews mit ehemaligen Betreiberinnen und Betreibern, DJs, Angestellten sowie Besucherinnen und Besuchern. Diese Erinnerungen bilden die Grundlage der Ausstellung und zeichnen ein vielschichtiges, oft sehr persönliches Bild der Südtiroler Diskothekenkultur. Museumsmitarbeiterin Barbara Stocker betonte bei der Eröffnung außerdem, dass Musik in den Jugendkulturen immer eine zentrale Rolle spiele. Diskotheken waren über Jahrzehnte aber weit mehr als nur Lokale für Tanz und Vergnügen, sie dienten jungen Menschen als Treffpunkte, Freiräume und Orte des gemeinsamen Austauschs. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 7. November 2027.
pm/red