

Südtirol – Im Meraner Kursaal hat am 5. Septembers der Festakt zum 80. Jahrestag der Unterzeichnung des Pariser Vertrages stattgefunden. Die Staatsoberhäupter der beiden Signatarstaaten, der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen, sowie Vertreter:innen aus Politik und Gesellschaft sind am Tag der Autonomie 2026 in Meran zusammengekommen, um beim Festakt an das Gruber-De-Gasperi-Abkommen vom 5. September 1946 zu erinnern.
Landeshauptmann Arno Kompatscher erinnerte in seiner Ansprache daran, dass das Abkommen von 1946 zunächst als Enttäuschung wahrgenommen worden sei. Die erhoffte Rückkehr Südtirols zu Österreich war ausgeblieben. Es folgten politische Auseinandersetzungen, die Befassung der Vereinten Nationen und bilaterale Verhandlungen, die zum Südtirol-Paket von 1969 und zum zweiten Autonomiestatut führten. „Es war also die Notwendigkeit der Umsetzung des Pariser Vertrages, die zum Südtirol-Paket und somit auch zum zweiten Autonomiestatut führte“, betonte Kompatscher. Zugleich hob er hervor, dass der Pariser Vertrag zentrale Grundpfeiler des heutigen Minderheitenschutzes festlegte, die heute ihre Wirkung entfaltet haben. Mit Blick auf die Zukunft verwies der Landeshauptmann auf die Weiterentwicklung und Absicherung der Autonomie. Ziel sei es, sie als „wirksames Schutz- und Entwicklungsinstrument“ zu bewahren, Identitäten zu stärken und zugleich den Mehrwert der Vielfalt zu nutzen. Die europäische Einigung ermögliche es, „das Trennende zu überwinden“ und in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino „an einem kleinen Europa in Europa zu bauen“.
Der italienische Staatspräsident nutzte den Tag der Autonomie 2026, um den Wert des Abkommens zwischen Italien und Österreich hervorzuheben, das zu Südtirols Autonomie geführt hat. „Die Autonomie Südtirols ist ein gemeinsames Erbe, das für Italien und Österreich von großem Wert ist und das es zu bewahren und zu fördern gilt, wie dies mit der jüngsten Reform geschehen ist.“
Der österreichische Bundespräsident hat in seiner Rede die Entwicklung Südtirols von einer Konfliktregion zu einem europäischen Vorbild für Autonomie, Minderheitenschutz und grenzüberschreitende Zusammenarbeit nachgezeichnet. Er dankte für die ihm zuteil gewordene Auszeichnung „Großer Verdienstorden des Landes Südtirol“, die Im Rahmen der Feier von Arno Kompatscher an Van der Bellen und Sergio Mattarella verliehen wurden.
lpa/red