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Dicke Luft nur durch Abgase?

BRUNECK – Der Ende Juli geplanten Eröffnung der Ausfahrt Bruneck Mitte aus der Südumfahrung will die Stadtgemeinde mit kurzfristigen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung begegnen. Die Opposition übt starke Kritik: Dieses Vorgehen der Stadtgemeinde widerspreche jeglichen für die Rienzstadt erstellten Verkehrskonzepten der letzen 30 Jahre.

 

„Die Südausfahrt geht bald in Betrieb und der gesamte Verkehr von dort landet an der Reischacher Kreuzung. Damit entsteht eine Situation, die allen Verkehrskonzepten widerspricht, die in Bruneck in den letzten Jahrzehnten vorgelegt wurden. Immer wurde betont, dass gleichzeitig mit der Ausfahrt ein Auffangparkplatz südlich der Reischacher Kreuzung entstehen müsse und dass der Verkehr nicht auf den Graben geleitet werden könne“ empört sich Hanspeter Niederkofler für die Grüne Ratsfraktion im Gemeinderat und Fraktionssprecher der Grünen.

FEHLENTSCHEIDUNGSFOLGEN
Diese Situation sei das Ergebnis einer Fehlentscheidung, die mittlerweile fünf Jahre zurück liege und die auch die neue Stadtregierung nie in Frage gestellt habe, so Niederkofler: „Die Schlosswiese war für einen zentralen Auffangparkplatz von Anfang an nicht geeignet, weil die Distanz zum Stadtzentrum zu groß ist, aber man hat es vorgezogen, vier Jahre mit einem phantomatischen Urbanistikdeal zu vertun, bis man endlich zugeben musste, dass er nicht geht. Wir erinnern daran, dass der ausschlaggebende Grund dafür, dass man sich 2012 für die Schlosswiese als Standort entschied, genau dieser Deal war, den wir von Anfang an als nicht realistisch angesehen haben. Ein geeigneter Ort für einen Auffangparkplatz ist und bleibt hingegen die Schlosskurve. Dort kann auch schrittweise gebaut werden. Es ist schlicht nicht nachvollziehbar, warum die Gemeindeverwaltung diese Lösung, die übrigens schon 1993 im Verkehrskonzept eingezeichnet war, partout nicht haben will.“

 

Gemeinderat Niederkofler Hanspeter

KURZFRISTIGE MASSNAHMEN
„Mit der Eröffnung der Ausfahrt Mitte geht ja nicht ein Mehr an Verkehr einher, sondern in erster Linie eine Verlagerung. Ein Teil des Verkehrs, der jetzt vom Westen ins Zentrum gelangt, wird künftig vom Süden kommen. Andererseits wird auch ein Großteil des Winterverkehrs Richtung Reischach das Zentrum nicht mehr betreffen“, argumentiert Bürgermeister Roland Griessmair und setzt, zur Entschärfung der künftigen Verkehrssituation an der Reischacher Kreuzung, vorerst auf die Realisierung von kurzfristigen Maßnahmen. Diese beinhalten eine sogenannte intelligente Ampellösung, die je nach Verkehrsintensität die Grün- und Rotphasen automatisch steuern kann. Der Fußgängerübergang im Bereich des Tschurtschenthalerparks wird entfernt und der Fußgängerübergang vom Graben auf den Rathausplatz wird künftig zu fußgängerintensiven Zeiten ampelgeregelt werden.

Bürgermeister Roland Griessmair

ZUKUNFTSAUSSICHTEN
„Wir werden Gelegenheit haben, die Verkehrsentwicklung zu beobachten. Ein nennenswerter Teil des Verkehrs von und nach Reischach wird wegfallen, Verkehr von der Südumfahrung Richtung Stadt wird dazu kommen – wie viel, wird man sehen. Aber das Ziel kann nicht sein, Graben und Michael-Pacher-Straße mit Verkehr vollzupumpen. Wir hätten sonst 30 Jahre umsonst an Verkehrskonzepten herumgebastelt“, beanstandet Niederkofler. (SP)