

Sand in Taufers – Waffen, Wildnis, Weltgeschichte – Wenn sich am 1. April die Tore des Kornkastens auf Burg Taufers öffnen, begeben sich Besucher:innen auf eine Zeitreise durch Jahrtausende menschlicher Kulturgeschichte. Die neue Sonderausstellung „Jäger und Gejagte“ beleuchtet ein Handwerk, das tief in der Tiroler Identität verwurzelt ist.
Was einst als nackte Notwendigkeit in der Urgeschichte begann, wandelte sich über die Jahrtausende zu einem hochkomplexen Geflecht aus Macht, Kunst und Ethik. Marie Rubner, die Kuratorin der Sonderausstellung „Jäger und Gejagte“, hat sich eingehend mit der Thematik der Jagd beschäftigt und ihren Wandel über die Jahrhunderte im historischen Ambiente der Burg Taufers greifbar gemacht.
Veranschaulicht wird die Evolution der Jagd mittels Schautafeln, historischen Waffen und Objekten, Tierpräparaten und vielem mehr.
Geschichte der Jagd
In den Tiroler Alpen war die Jagd niemals nur Zeitvertreib, sondern über Jahrtausende eine überlebenswichtige Strategie. Archäologische Funde aus der Frühzeit belegen, dass die Hochgebirgsjagd auf Steinbock und Gemse technisches Höchstkönnen erforderte. Im Mittelalter festigte sich in Tirol eine Besonderheit: Während die Jagd in vielen Teilen Europas reines Adelsrecht war, sicherten sich die Tiroler Landesfürsten – allen voran Kaiser Maximilian I., der „letzte Ritter“ und begeisterte Gämsjäger – das Regalrecht. Er machte das Gebirge zu seinem persönlichen Revier, was bis heute in prunkvollen Jagdschlössern wie Schloss Wolfsthurn in Mareit nachklingt. Und von genau dort sind auch einige Exponate auf Burg Taufers zu sehen. „Für die diesjährige Sonderausstellung haben wir Exponate aus verschiedenen Museen des Landes, aber auch von einem privaten Sammler erhalten. Letzterer hat uns eine Vielzahl an interessanten Tierpräparaten zur Verfügung gestellt, weshalb die Ausstellung sicher auch für Kinder besonders interessant sein wird”, sagt Marie Rubner. Doch die Ausstellung endet keineswegs in der Vergangenheit, sondern stellt die ethischen Fragen des 21. Jahrhunderts in den Fokus. Gezeigt werden – neben historischen Waffen – kunstvolle Skulpturen und bedeutende bildliche Darstellungen, die durch Alltagsgegenstände und klassische Jagdinstrumente wie Hörner ergänzt werden. Zwei Kurzfilme sorgen zudem für eine multimediale Vertiefung der Thematik. Die gesamte Inszenierung im historischen Kornkasten schafft eine Atmosphäre, welche die Besucher:innen auf eine faszinierende Reise durch die gesellschaftlichen, künstlerischen und politischen Kontexte der Jagdhistorie mitnimmt. Interessierte können die Schau vom 3. April bis zum 1. November besichtigen. Die Tore des Kornkastens auf Burg Taufers sind in diesem Zeitraum täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und laden dazu ein, in die spannende Welt der Jäger und Gejagten einzutauchen.
SH