

Vintl – Er heißt Johannes Unterhuber, kommt aus Vintl, ist 34 Jahre alt und seit einem Jahr selbständiger Unternehmer. Bei der Jahresversammlung der Junghandwerker:innen im lvh in der Finstral AG am Ritten wurde Johannes Unterhuber zum Junghandwerker des Jahres gekürt.
Der Pusterer Junghandwerker, er ist Maschinenbaumechaniker- und Werkzeugmachermeister mit langjähriger Erfahrung, überzeugt mit innovativen Lösungen, die im Alltag einen konkreten Nutzen bringen. Besonders hervorzuheben ist seine stromlose Pumpe, die Wasser in höher gelegene Gebiete transportieren kann und damit vor allem abgelegenen Höfen und Almen neue Möglichkeiten eröffnet. Johannes Unterhuber steht beispielhaft für Innovation, Nachhaltigkeit und praxisorientiertes Handwerk. Stellvertretend für die Jury würdigte Josef Lukas Spitaler, Direktor der Landesberufsschule für Handwerk und Industrie Bozen, die hohe Qualität der Bewerbungen. Die Kandidatinnen und Kandidaten würden eindrucksvoll zeigen, wie modern und zukunftsorientiert das Südtiroler Handwerk heute aufgestellt sei. Glückwünsche kamen auch von lvh-Vizepräsident Hannes Mussak und lvh-Direktor Walter Pöhl.

In der Quellstube wird das Wasser gereinigt bevor es von der Pumpe weiterbefördert wird.
Abwanderung junger Talente unterbinden
Die Abwanderung junger Talente aus Südtirol in den unterschiedlichsten Bereichen ist in Wirtschaftskreisen ein schmerzhaftes Thema. Nicht zufällig stand die Jahresversammlung deshalb unter dem Motto: „Wir bleiben in Südtirol – aus Stolz, weil wir anpacken“.
„Wir verstehen uns als Impulsgeber für das Handwerk und als Stimme jener Generation, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und neue Wege zu gehen“, unterstrich Priska Reichhalter, die Landesobfrau der Junghandwerker:innen im lvh. Dabei hob sie zahlreiche Initiativen des vergangenen Jahres hervor, mit denen ihre Fachgruppe jungen Menschen, aber nicht nur diesen, das Handwerk schmackhaft machen will. Ebenfalls ins Motto des Abends eingestiegen sind David Zimmerhofer von Ahro Polstermöbel in Mühlen, Franziska Haller vom Spinnradl im Passeiertal sowie Priska Pipperger von Wunderplunder in Toblach. In den recht persönlichen Berichten über die jeweiligen Wege in die Selbständigkeit wurde deutlich, wie sehr die junge Unternehmergeneration mit dem Land, dem Handwerk und den eigenen Betrieben verbunden ist. Nachhaltige Wasserförderung Johannes Unterhuber hat die Idee zu seiner Widderpumpe im Rahmen seines Meisterprojekts selbst umgesetzt, „mit dem Anspruch“, wie er betont, „eine zuverlässige und komplett stromfreie Lösung zur Wasserförderung zu schaffen“.
Die Pumpe nutzt die Energie von fließendem Wasser: Sobald eine Kammer gefüllt ist, baut sich Druck auf, der einen Teil des Wassers bis zu 350 Höhenmeter nach oben fördert –ganz ohne Strom. Der Rest des Wassers fließt zurück ins Gewässer. Die Pumpe ist damit einfach, effektiv und umweltfreundlich und bietet sich ideal für eine nachhaltige Anwendungen an abgelegenen Orten an. Neben der Widderpumpe bietet der Vintler Handwerker komplette Anlagen aus einer Hand, von der Planung bis zur Umsetzung an.
Seine Ehrung sieht er recht pragmatisch: „Es zeigt mir, dass ich mit meinem Produkt in die richtige Richtung gehe und es den Südtirolern gefällt, was ich da mache. Daher ist es eine große Ehre für mich, als Junghandwerker des Jahres ausgezeichnet worden zu sein“.
Zum Thema des Abends am Ritten, der Gefahr zunehmender Abwanderung junger Südtiroler, meint Johannes weiter: „Ich denke, dass man jungen, talentierten Handwerkern mehr freie Hände geben und sie selbständig arbeiten lassen sollte, auf ihre Art und Weise. In Sachen Innovation, denke ich, sollte man junge Südtiroler besser und unbürokratischer unterstützen, da eine Innovation fast immer mit Kosten verbunden ist, die man vielleicht in jungen Jahren noch nicht stemmen kann, und viele daher den Schritt nicht wagen, trotz einer guten Idee“.
TM
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