Sanierung auf den Hochgall abgeschlossen

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Sanierung auf den Hochgall abgeschlossen

Hochgall – Im Sommer 2025 wurden im Rahmen eines Pilotprojektes des Verbandes der Südtiroler Berg- und Skiführer die Normalwege auf den Hochgall (3.436 m), und den Schneebigen Nock in der Rieserfernergruppe saniert. Rostige Haken, erodierte Seile und brüchiges Gelände machten die Aufstiege von Rein in Taufers und der Antholzer Seite immer gefährlicher – bei gleichzeitig stark gestiegenem Bergtourismus.

Die Maßnahmen
Nordwestgrat (Reiner Seite):
Am Grauen Nöckl (3.084 m) wurde ein loses Drahtseil nach einem Felsausbruch entfernt, der Bereich gesäubert und mit zwei Abseilstellen sowie Klebehaken ausgestattet. Weiter oben, knapp unter dem Gipfel, ersetzten die Bergführer alte Stahlseile durch über 100 Meter neues, normgerechtes Drahtseil.
Ostseite (Antholzer Seite):
Wegen einer instabilen Eisrinne wurde die Route auf eine sicherere Linie verlegt. Steinmänner weisen den Weg, steile Passagen erhielten Sicherungsstangen und Bohrhaken. Der Nordostgrat (Krügergrat) und der Übergang zum Hauptgipfel wurden nach einem Felsausbruch von losem Gestein befreit und gesichert.
Schneebiger Nock (3.358 m):
Auch am Nachbarberg wurden im Zuge des Projekts Seilsicherungen erneuert und bestehende Ketten nachgespannt.

Engagement und Eigenverantwortung
Die Arbeiten wurden von Pustertaler Bergführern ehrenamtlich durchgeführt. Das Material wurde über den Bergführerverband und die lokalen AVS Sektionen und Tourismusvereine finanziert. Alle Maßnahmen erfolgten in Abstimmung mit Forst- und Naturschutzbehörden, der Bergrettung und den Hüttenwirten. Der Kritik am Verzicht auf ein neues Drahtseil am Grauen Nöckl entgegnet Bergführer Philipp Unteregelsbacher, der das Projekt leitete: „Ein Fixseil wäre dort nach modernen Normen unmöglich gewesen. Die jetzige Lösung ist normgerecht, langlebig und vermeidet Scheinsicherheit.“ Fazit der Bergführer: Hochgall und Schneebiger Nock bleiben anspruchsvolle Hochtourenberge. Die Sanierung reduziert die objektiven Risiken, ohne den alpinistischen Charakter der Berge zu verfälschen jedoch die bergsteigerische Eigenverantwortung zu fördern.
rs/red