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Zur Birnlücke

Kasern – Rund 660 Jahre ist es her, als der römisch-deutsche Kaiser Karl IV. (König von Böhmen, Italien und Burgund) im Jahre 1365 vom Norden über die Birnlücke nach Süden gezogen ist.

Kaum vorstellbar wie damals das geschehen sein mag, zumal der 2.667 m hohe Pass zwischen der Venediger Gruppe und den Zillertaler Alpen auch heute noch für jeden Wanderer eine anspruchsvolle Tour bedeutet. Mit dem Vertrag von Saint-Germain nach dem 1. Weltkrieg 1920 wurde hier die Grenze zwischen Österreich und Italien gezogen, zwischen Salzburg und Südtirol bzw. dem Krimmler Achental und dem Ahrntal. Bis zum Schengener Abkommen 1968 wurden am Pass noch sporadisch Grenzkontrollen durchgeführt. Auch der Nationalpark Hohe Tauern und der Naturpark Rieserferner Ahrn teilt sich an der Birnlücke. Der eigenartige Name ist 1888 als Pyrlücke dokumentiert, doch bereits 893 scheint in einer Urkunde König Arnolfs der Name Pirra auf, der auf den Gewässernamen Ahr verweist. Bekanntlich entspringt die Ahr unterhalb der Birnlücke.

Los geht’s!
Mit dem Bus Linie 450 fahren wir durch das Tauferer Ahrntal zur Endstation Kasern. Zuerst auf Fahrweg und später auf Forststraße gehen wir taleinwärts am Hl. Geist-Kirchlein vorbei zur Kehrer Alm.
Dort überqueren wir die junge Ahr und steigen auf zur Lahner Alm (1.966 m) mit dem nordseitig gelegenen Lahner Moos, das derzeit von duftig weißem Wollgras bedeckt wird. Bald darauf geht es auf steinigem Steig in endlosem Zickzack hinauf zur Birnlückenhütte (2.441 m; 3 Std. ab Start). Oberhalb der Hütte führt der Steig weiter zur Birnlücke (2.667 m, 40 Min. ab Hütte). Während nordseitig die Sicht zum Krimmler Kees noch beeindruckt, hat der Gletscherrückgang im Bereich der Dreiherrenspitze verheerende Ausmaße angenommen. Rückweg am Hinweg; Gesamtgehzeit 6 h, 30 Min. Die Tour erfordert gute Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit im hochalpinen Gelände.
Wegen der Länge der Tour sollte sie nur bei sicheren Wetterverhältnissen unternommen werden; wegen der Sonnenexponiertheit empfiehlt sich ein Start in den frühen Morgenstunden.
IB