Schneechaos legt Pustertal lahm

Kindersitz mit Alarmsignal Pflicht
21. November 2019
Armin Kanetscheider aus Bruneck
21. November 2019
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Schneechaos legt Pustertal lahm

Pustertal – Die letzten Schneefälle hatten das gesamte Tal in einen Ausnahmezustand versetzt. Großflächiger Stromausfall, Straßensperren, öffentliche und private Einrichtungen mussten schließen. Der Zivilschutz rief den Status „BRAVO“ für ganz Südtirol aus.

Die ergiebigen Schneefälle hatte das Pustertal in der Nacht vom 12. auf den 13. November getroffen und hielt sich bis zum vergangenen Dienstag. In der Umgebung von Bruneck viel bereits am 12. November in den Abendstunden der Strom aus, zwei Hochspannungsleitungen von Terna zwischen Bruneck und Brixen bzw. zwischen Bruneck und Toblach sind ausgefallen und zahlreiche Abnehmer blieben im Dunkeln sitzen. Zahlreiche Bäume verlegten Straßen, sodass mehrere Straßensperren notwendig waren, so zum Beispiel auch die Pustertaler Staatsstraße, die Pustertaler Sonnenstraße und auch die Straße ins Gadertal. Die Pustertaler Bahnlinie zwischen Franzensfeste und Lienz wurde ebenfalls gesperrt. Die Freiwilligen Feuerwehren wurden zu hunderten Einsätzen gerufen und standen im Dauereinsatz.

Kein Strom mehr
Am Mittwochvormittag, den 13. November folgte ein großflächiger Stromausfall in Bruneck und es kam zu zahlreichen Folgeeinsätzen der Stadtfeuerwehr. So mussten Personen aus blockierten Aufzügen befreit werden. Bei der Mittelschule Röd wurde durch einen technischen Defekt am Stromaggregat eine starke Rauchentwicklung erzeugt, welche die Turnhallen mit Abgasrauch füllte. Es mussten 42 Schüler und zwei Bedienstete evakuiert werden und 150 Studenten aus den umliegenden Tälern betreut werden, bis sie von Angehörigen oder Feuerwehren ihres Heimatortes sicher nach Hause gebracht werden konnten. Für die Nachtstunden wurde eine Beleuchtung im Zentrum von Bruneck mit Fahrzeugen und starken Beleuchtungsmitteln organisiert. Im Zuge des Stromausfalls wurden auch zahlreiche Einsätze mit Stromaggregaten gefahren und mehrere Lagebesprechungen zwischen der Feuerwehr Bruneck, Bürgermeister, hohe Beamte der Stadtverwaltung, Stadtwerke Bruneck, Weißes Kreuz, Carabinieri, Ortspolizei, Finanzwache und dem Feuerwehrbezirk Unterpustertal durchgeführt. Dank der guten Zusammenarbeit aller konnten im Laufe der Nacht das Brunecker Krankenhaus, das Altersheim, wichtige Strukturen und die meisten privaten Haushalte wieder an das Stromnetz angeschlossen werden. Die Stromversorgung konnte jedoch jederzeit zusammenbrechen. Daher kam der wichtige Aufruf an die Bevölkerung von Bruneck und der umliegenden Gemeinden St. Lorenzen, Pfalzen, Gais und Percha, äußerst sparsam mit dem Stromverbrauch umzugehen. Die Stromversorgung mittels Hochspannung wurde in den frühen Abendstunden des 14. November wieder hergestellt.
Auf der Pustertaler Straße zwischen Rasen und Niederdorf wurde mittels Hubschrauber gegen die Schneelast auf Bäumen vorgegangen. In den Gemeinden, die ohne Stromversorgung geblieben waren, wurden während der Unwettertage die Feuerwehrhallen und die Stellen des Weißen Kreuzes besetzt und standen für Notfälle bereit.

Zivilschutz ruft Voralarm aus
Bis zum 16. November zog ein weiteres Tief mit ergiebigen Schneefällen durch das ganze Land, weshalb die Agentur für Bevölkerungsschutz den Zivilschutzstatus „BRAVO“ (Voralarm) ausgerufen hat. In Bruneck verhängte der Bürgermeister mittels Verordnungen Straßensperren und die Schließung von öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und der Universität. Auch der Linienverkehr einiger Busse musste vor allem im Hochpustertal aufgehoben werden. Auch über das gesamte Wochenende fiel der Schnee bis in niedere Lagen. Am Montag gab es noch Haushalte ohne Strom, Straßensperren und Einsätze aufgrund von Muren und umgestürzten Bäumen. (RED)