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Ein Kraftort mit Geschichte

Aufkirchen – Es ist ein ganz besonderer Ort, die Wallfahrtskirche zur Schmerzensmutter von Aufkirchen auf 1.322 m Meereshöhe. Vor genau 550 Jahren wurde der gotische Bau – nach mehrjährigen Erweiterungs- und Umbauarbeiten der ursprünglichen Kirche – eingeweiht.

Sitzt man in der Kirche zur Schmerzensmutter von Aufkirchen, fällt auf, dass zu jeder Tageszeit vereinzelt Menschen eintreten, bedächtig eine Kerze anzünden, kurz verweilen oder sich zum stillen Gebet hinsetzen, um dann wieder leise von dannen zu ziehen. Die Wallfahrtskirche, die vor 550 Jahren – also im fernen Jahr 1475 – vom Brixner Fürstbischof Georg Golser eingeweiht wurde, ist ganz offensichtlich bis heute ein Ort der Besinnung geblieben, der von Ratsuchenden, Leidtragenden, Bittenden und Dankenden aufgesucht wird. Dabei ist dieses Gotteshaus, das vor 550 Jahren eingeweiht wurde, weit älter: „Erstmals erwähnt wurde die Kirche von Aufkirchen im Jahr 1333“, weiß Barbara Lanz aus Aufkirchen, „Für das Jubiläumsdatum wurde die Stiftung einer wöchentlichen Samstagsmesse in der „Kirche der wundertätigen seligsten Jungfrau Maria von Aufkirchen“ durch Nikolaus von Aufkirchen im Jahr 1333 festgelegt.“ Deshalb wurde 1983 das 650jährige Jubiläum gefeiert. Die Wallfahrtskirche zur Schmerzensmutter von Aufkirchen hat eine lange Geschichte: Im sogenannten „Trojer Feld“ war ein einfaches Gotteshaus errichtet worden, weil – so erzählt man es sich heute noch – an eben dieser Stelle in einem Strauch ein Gnadenbild gefunden worden war, das offenbar immer wieder dorthin zurückkehrte, sobald man es von dort entfernte. Wegen des großen Pilgeransturms erfolgte 1470 schließlich der Neubau im gotischen Stil. Nach abgeschlossenen Bauarbeiten und fünf Jahre später wurde die gotische Kirche dann feierlich eingeweiht. Scheinbar soll es vorgekommen sein, dass in jener Zeit bis zu 15 Messen täglich an insgesamt drei Altären gelesen wurden. Kaum vorstellbar, wenn man die heutige Ruhe und Bescheidenheit dieses Kraftortes auf sich wirken lässt. Nichtsdestotrotz scheint die Wallfahrtskirche zur Schmerzensmutter von Aufkirchen bis heute nichts an ihrer damaligen Strahlkraft eingebüßt zu haben; schließlich kommt es nicht auf die Menschenmengen an, sondern auf das Gefühl, das ein Ort zu übertragen imstande ist.
SH