

Bruneck – Vor kurzem fand eine TMC-Veranstaltung zum Thema „Gäste aus dem arabischen Raum und neue Zielgruppen im Tourismus“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Tourism Management Club (TMC), gemeinsam mit der Raiffeisenkasse Bruneck. Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, wie Tourismusdestinationen auf neue Herkunftsmärkte reagieren können. Besonders Gäste aus dem arabischen Raum gewinnen in alpinen Destinationen zunehmend an Bedeutung.
Michael Amon, Marketingleiter und Prokurist der Zell am See-Kaprun Tourismus GmbH, gab Einblicke in die strategische Ausrichtung der österreichischen Destination. Zell am See-Kaprun positioniert sich als Ganzjahresdestination zwischen Gletscher, Berg und See. Mit ihrem breiten touristischen Angebot zeigt die Region, wie Sommer- und Wintertourismus erfolgreich miteinander verbunden werden können. Besonders betonte Amon die Bedeutung der Internationalisierung. Neben Deutschland und Österreich spielen im Sommer auch Gäste aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Ländern eine wichtige Rolle. Im Winter hingegen ist diese Zielgruppe weniger präsent. Deshalb ist eine genaue und marktspezifische Bearbeitung besonders wichtig. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war die Digitalisierung. Zell am See-Kaprun setzt stark auf digitale Angebote wie eine eigene App, digitale Gästekarten usw. Gästedaten werden besser genutzt und Angebote persönlicher gestaltet werden.
Frank Müllauer war viele Jahre für die Vermarktung von Abu Dhabi im deutschsprachigen Raum verantwortlich. Er erklärte, dass der arabische Markt stark von persönlichen Beziehungen, Vertrauen und emotionalen Entscheidungen geprägt ist. Besonders im Bereich MICE –Meetings, Incentives, Conferences und Events– können alpine Destinationen für kleinere Gruppen interessant sein.
Müllauer machte deutlich, dass arabische Gäste hohe Erwartungen an Exklusivität, Komfort, Privatsphäre, Flexibilität und Servicequalität haben. Starre Programme funktionieren weniger gut, individuelle Lösungen und eine persönliche Ansprache sind sehr wichtig. Auch kulturelle Sensibilität spielt eine zentrale Rolle.
Insgesamt zeigte der Abend, dass neue internationale Zielgruppen große Chancen für den Tourismus bieten, aber auch eine bewusste Vorbereitung verlangen.
pm/red
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