Editorial

das Jahr 2021 geht bald zu Ende. Die Natur ruht unter einer Schneedecke und die Zeit im Dezember verlangsamt sich, scheint sogar stillzustehen! Die Zeit um die Jahreswende wird in der Literatur oft als eine mystische Zeit beschrieben.

Raum und Zeit scheinen sich aufzuheben – Altes bricht auf und Neues wird geboren. Diese Zeit ist geprägt von vielen Riten und Gebräuchen, die von Generation zu Generation weitergetragen wurden. Je nach Religion und Brauch wurde in den Familien orakelt und geräuchert: Vor allem zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Januar. Als „Rauhnächte“, aber auch als „zwölf heilige Nächte“ ist diese Zeit bekannt. Es war üblich Räucherrituale durchzuführen, um Mensch, Haus und Hof zu reinigen, Krankheiten und Unheil fernzuhalten und sich für das neue Licht bereitzumachen. Beim Räuchern sollen negative Gedanken mit dem Rauch gehen.

Wird heute meist noch an drei Tagen in der Weihnachtszeit geräuchert, waren es einst diese zwölf besonderen “Weihnächte“, die in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember beginnen und in der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner enden. Berücksichtigt man sehr alte Bräuche wurde bereits am 21. Dezember, also in der Thomasnacht, mit dem Räuchern begonnen. Am Tag der Wintersonnenwende steht alles still. In der längsten Nacht des Jahres, kann Altes losgelassen und mit der Geburt des Lichtes Neues aufkeimen.

Gibt es heute zahlreiche unterschiedliche Räuchermischungen zu kaufen, halte ich es persönlich immer noch mit der Tradition den „Kräuterbuschen“ zu verräuchern, den ich am 15. August binde und trockne. Der “Kräuterbuschen“ gilt als ein Räucherwerk, das Schutz bringen soll, deshalb wurde er früher oft auch während des Jahres bei starken Unwettern verräuchert. Einige halten an diesen Traditionen unserer Großeltern auch heute noch fest. Werden mancherorts sieben oder neun Kräuter gebunden, gibt es auch prächtige 12 Pflanzen-Buschen. Genauso vielseitig sind unsere Bäuerinnen heute mit der Auswahl der Kräuter, die im „Buschen“ zu finden sind. Bei mir waren es heuer sieben Pflanzen: Heiligenkraut, Schafgarbe, Melisse, Wermutkraut, Pfefferminze, Baldrian und Johanniskraut kommen dieses Jahr in meine Räuchermischung.

Zum Jahreswechsel wünsche ich Ihnen, dass sich alles, was in diesem Jahr nicht so gut gelaufen ist, im Rauch auflöst.

Herzlich,
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

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