Editorial

„Verantwortung“ ist das Modewort der jüngsten Wochen und Tage. Es darf Ihnen auch nicht entgangen sein wie vielseitig dieses Wort, je nachdem wie es gerade gebraucht wird, eingesetzt werden kann. Wichtig ist dieser Begriff in jüngster Zeit vor allem in der Politik geworden, wo er gerne und häufig in Szene gesetzt wird.
Die „Verantwortung“ wechselt, je nachdem, welcher Redner das Wort gerade für sich verwendet, geschmeidig die Perspektiven: Einmal wird die „Verantwortung“ hin- und hergeschoben, dann wird jemand zur „Verantwortung“ gezogen oder jemand möchte den anderen nicht aus der „Verantwortung“ lassen, aber letztendlich wird immer wieder jemand die „Verantwortung“ übernehmen müssen.

In Österreich spricht man gerade über politische „Verantwortung“: Die Veröffentlichung des Ibiza-Videos hat den rollenden Stein der Verantwortungs-Rhetorik in die Gänge gebracht und noch weiter angeschoben. Vizekanzler Heinz-Christian Strache wurde sich seiner politischen „Verantwortung“ bewusst und hat aufgrund dieser „Verantwortung“ seinen Hut genommen.
Auch die SPÖ-Chefin Pamela Rendi Wagner forderte in ihrem Misstrauensantrag den österreichischen Kanzler Sebastian Kurz auf, als Kanzler die politische „Verantwortung“ zu tragen und erläutert in einer dreiminütigen Rede, was unter dieser „Verantwortung“ zu verstehen sei. Kurz hingegen hat kurz vorher in seiner Rede an das Parlament die „Verantwortung“ für eine Entscheidung an dieses abgegeben.

Auch in Italien sprach man dieser Tage in der Regierung über „Verantwortung“: Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte fordert Matteo Salvini und Luigi Di Maio auf sich ihrer „Verantwortung“ im Klaren zu sein und kündigt seinen Rücktritt an, falls die beiden Regierungsparteien keine Kooperationsbereitschaft zeigen würden.
Und auch in Südtirol besinnt man sich auf politische „Verantwortung“: Der SVP-Fraktionsvorsitzende rügte die Kommentare der Oppositionsparteien Grüne und Team Köllensperger aufgrund der gescheiterten Vertragsverhandlungen im öffentlichen Dienst damit, dass diese nichts mehr mit politischer „Verantwortung“ zu tun hätten.
Aber auch wir Bürger und Bürgerinnen haben die „Verantwortung“ genau hinzusehen und genau hinzuhören, um die Geschehnisse um uns herum zu verstehen, einzuordnen und uns eine Meinung bilden zu können.

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Verantwortung“ ist das Modewort der jüngsten Wochen und Tage. Es darf Ihnen auch nicht entgangen sein wie vielseitig dieses Wort, je nachdem wie es gerade gebraucht […]