Editorial

das große November-Unwetter ist vorbei! Es gibt zwar noch einzelne Muren und Rutschungen, die den Verkehr kurzzeitig behindern, umgestürzte Bäume, die abtransportiert werden müssen und die Pustertal Bahn, die noch immer stillsteht. Geblieben sind aber nicht nur die Narben in der Landschaft und das Loch in der Brieftasche, sondern um einiges mehr!

Während die Menschen ihrem geregelten Tagesablauf wieder nachkommen und so leben, wie vorher, hat sich dennoch einiges verändert. Wer aufmerksam hinsieht und hinhört vernimmt eine Veränderung, die sich in den Köpfen der Menschen vollzogen hat. Dieses Unwetter war in verschiedener Hinsicht nachhaltig.

Wer vorher mit der Pustertal Bahn zur Arbeit pendelte, muss jetzt mit dem Busersatzdienst fahren und verkehrsbedingt längere Warte- und Fahrzeiten oder Ausfälle in Kauf nehmen. Da ist vor allem Geduld gefragt, die wir heute alle verlernt haben. Unsere Bequemlichkeit muss ebenfalls über Bord geworfen werden. Zwei Eigenschaften mit denen vieles leichter geht, wenn man wieder weiß, wie man sie für sich nutzen kann.

Die Anstrengungen für die Aufräum- und Sicherungsarbeiten zur Wiederaufnahme des Zugverkehrs im Pustertal sind vorbildhaft. Auf Hochtouren wird an der Stabilisierung der Hänge und an Schutzwallen zur Sicherheit der Bevölkerung gearbeitet und die Zuggleise von Felsbrocken und Muren befreit, um den Zugverkehr in kürzester Zeit wieder aufnehmen zu können. Der Ausfall der Bahn hat dafür gesorgt, dass Zusammenarbeit und Einsatz zum Wohle der Bevölkerung großgeschrieben werden. Zudem fördern konkrete Problemlösungen Einfallsreichtum und Wissen durch Erfahrung.

Die zahlreichen Straßensperren haben es geschafft, dass sich jetzt der eine und andere über ein alternatives Verkehrsmittel oder eine sicherere Route Gedanken macht, bevor er sich mit dem eigenen Fahrzeug auf eine abenteuerliche Reise begibt. Überhaupt sollte zu Fuß gehen nicht nur eine Freizeitbeschäftigung sein.

Die schönste und nachhaltigste Erfahrung, die in diesen unwirtlichen Zeiten ans Tageslicht befördert wurde, ist aber jene um das Ehrenamt. Aus freien Stücken und ohne Belohnung haben sich Menschen für andere mit vollem Einsatz und mit aller Kraft eingesetzt. Seite an Seite wurde gemeinsam, aus einer schwierigen Situation, eine gute Lösung geboren und damit viel Positives in die Welt gebracht.

So kann Weihnachten kommen!
Ich wünsche Ihnen allen ein nachhaltiges Weihnachtsfest!

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

das große November-Unwetter ist vorbei! Es gibt zwar noch einzelne Muren und Rutschungen, die den Verkehr kurzzeitig behindern, umgestürzte Bäume, die abtransportiert werden müssen und die […]