Editorial

seit einigen Jahren schon lädt die Stadt Brixen im Mai zum Water-Light-Festival ein. „Wasser ist Leben – Licht ist Kunst“. Man sei in Brixen stolz auf das architektonische Juwel, die Brixner Altstadt und die wertvolle Ressource Wasser, heißt es auf der Website zum Festival. Beides wurde anhand von künstlerischen Arbeiten lokaler und internationaler Lichtkünstler und Lichtkünstlerinnen in Szene gesetzt und soll, neben dem Unterhaltungseffekt, auch eine kritische Auseinandersetzung mit Energie und Klima zulassen. Anlässlich der 4. Ausgabe des Festivals wurde in Neustift, in Franzensfeste und Ratschings ebenfalls Lichtinstallationen positioniert und damit das Festival auch auf andere Orte erweitert.

Ich finde, dass das Licht-Spektakel in der Tat einen Besuch wert war! Waren Sie auch da? Neben dem Staunen, das die Lichtinstallationen auch bei mir ausgelöst haben, ist es in Zeiten der Energie- und Klimakrise aber ebenso wichtig, sich kritisch mit so einer Veranstaltung auseinanderzusetzen und die gesellschaftliche Debatte ließ auch nicht lange auf sich warten. Noch bevor das Ende des Water-Light-Festivals Ende Mai anstand, meldeten sich Umweltorganisationen und Naturschützer sowie Bürger und Bürgerinnen mit kritischer Stimme zu Wort. Für Schlagzeilen sorgte vor allem der blaue Lichtstrahl in den Himmel, der über große Distanzen hinweg sichtbar war, weil er für Zugvögel bedenklich sein soll.

Der Dachverband für Natur- und Umweltschutz stellt die „Natur ins Rampenlicht!“ und leitet aus dieser gesellschaftlichen Debatte rund um das Festival einen „klaren Auftrag an die Politik ab“, wie aus der Pressemitteilung des neuen Vorsitzenden Josef Oberhofer und der Geschäftsführerin Madeleine Rohrer hervorgeht. Die nächtliche Beleuchtung von Gebäuden und öffentlichen Räumen sei mehr als nur eine Frage der Verschwendung kostbarer Energie. Lichtverschmutzung betreffe die Gesundheit der Menschen und die Artenvielfalt. Die neue Richtlinie zur Einschränkung der Lichtverschmutzung und zur Energieeinsparung, die sich gerade in Ausarbeitung befinden, müssten dem Südtiroler Klimaplan entsprechen und zugleich die Natur schützen, ist weiter zu lesen. Die Erfahrungen der letzten Wochen sollten zu einem Umdenken in Bezug auf die Lichtemissionen führen, appellieren die Verantwortlichen im Dachverband.

Ich wünsche mir ebenso, dass diese, aber auch andere Erfahrungen, die im Zuge der letzten Jahre im Bereich Umwelt gemacht wurden helfen, zu einem generellen Umdenken im Sinne der Natur beizutragen.

Herzlich,

Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

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seit einigen Jahren schon lädt die Stadt Brixen im Mai zum Water-Light-Festival ein. „Wasser ist Leben – Licht ist Kunst“. Man sei in Brixen stolz auf […]