Editorial

413.567 Südtiroler Bürgerinnen und Bürger haben sich am vergangenen Sonntag und Montag der Gemeinderatswahl gestellt! Es wurde in 113 Südtiroler Gemeinden gewählt. Die Wahlergebnisse hielten in einigen Gemeinden die eine und andere Überraschung bereit, dabei gehörte die Wahlbeteiligung auch dazu. Trotz Corona lag die Wahlbeteiligung bei 65,4 Prozent im Vergleich zu den letzten Gemeinderatswahlen vor fünf Jahren mit 66,4 Prozent also nur knapp darunter.

Besonders spannend war die Wahl der Bürgermeister diesmal für das Pustertal und seine Seitentäler, da in zehn Gemeinden neue Bürgermeister ihre Amtszeit beginnen werden. Die Wählerinnen und Wähler haben gezeigt, dass es durchaus auch kreativ geht. In fünf Gemeinden durften die Bürgermeister nicht mehr kandidierten oder sie haben sich nicht mehr der Wahl gestellt. So im Hochpustertal: in den Gemeinden Toblach, Niederdorf und Sexten war klar, dass ein frischer Wind in die Gemeindestuben einziehen wird. Auch in Percha und Pfalzen sind nach langjährigen Amtsperioden nun neue Bürgermeister an der Reihe. Die Chance für einige Vizebürgermeister oder politische Wiedereinsteiger ist gekommen.

In fünf anderen Pusterer Gemeinden kam es überraschend, dass die amtierenden Bürgermeister und eine Bürgermeisterin nicht mehr gewählt wurden. Dazu haben sich die Wählerinnen und Wähler in Sand in Taufers, in Innichen, in Gsies, in Welsberg-Taisten und auch im Gadertal/Enneberg entschieden. Im Tauferer Ahrntal sorgte die Gemeinde Sand in Taufers für Schlagzeilen. Dort kam es durch den Konkurrenten des amtierenden Bürgermeisters Josef Nöckler mit Taufers 2010 zu einer Ablöse im Gemeindehaus. In Innichen wurde Rosmarie Burgmann, als einzige Bürgermeisterin des Pustertals, abgewählt und in Gsies ist mit Paul Schwingshackl ein ehemaliger Bürgermeister ins Rathaus zurückgekehrt. Eine Überraschung gab es auch in der Gemeinde Welsberg-Taisten, wo mit 29 Jahren in Zukunft der jüngste Bürgermeister von ganz Südtirol sitzen wird. Dominik Oberstaller konnte sich gegen Albin Schwingshackl durchsetzen. Im Gadertal konnte sich Felix Ploner gegen den langjährigen Bürgermeister Albert Palfrader behaupten.

In einigen Gemeinden, wo nur ein Kandidat für das Bürgermeisteramt zur Verfügung stand, haben die Wählerinnen und Wähler mit ungültigen und weißen Stimmen ihren Unmut ausgedrückt. Denn eine Wahl, ohne Auswahl, ist keine richtige Wahl! Mehr zu den Ergebnissen dieser Gemeinderatswahlen und auch erste Reaktionen der neuen Bürgermeister finden Sie, liebe Leser, in der Titelgeschichte. Egal ob prognostizierter oder überraschender Wahlsieg, nun gilt es für die neuen Amtsträger ihre Programme, die sie den Bürgerinnen und Bürgern im Wahlkampf angekündigt haben, auch mit besten Gewissen umzusetzen, weil: Nach der Wahl, ist vor der Wahl!

Herzlich

Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

413.567 Südtiroler Bürgerinnen und Bürger haben sich am vergangenen Sonntag und Montag der Gemeinderatswahl gestellt! Es wurde in 113 Südtiroler Gemeinden gewählt. Die Wahlergebnisse hielten in […]