Editorial

die Nachricht über den deutschen Fleischverarbeitungsbetrieb Tönnies, wo sich über 1.500 Mitarbeiter eines Schlachthofes mit dem Coronavirus infiziert haben, ging durch alle Medien und hat viele Menschen bestürzt aber auch wieder wach gemacht. Vor allem für zweierlei Dinge sind wir wieder hellhörig geworden und müssen uns eingestehen: Das Virus ist unter uns und kann uns jederzeit wieder in einen Lockdown katapultieren und die massive Ausbeutung von Mensch und Tier schreit nach einem Systemwandel.

Die Missstände bei Massentierhaltung sind seit Jahren bekannt und werden uns durch so ein Ereignis wieder bewusst gemacht. Plötzlich sehen wieder alle hin und zeigen mit dem Finger auf längst bekannte Zustände. Plötzlich wird wieder darüber nachgedacht im Supermarkt etwas genauer auf die Etikette zu achten und das auch in Südtirol, denn laut Medienberichten wird auch bei uns Tönnies Fleisch verkauft.

Dabei ist dieser Fall kein Einzelfall, sondern einer runter vielen. Er ist nur die sogenannte Spitze vom Eisberg eines ausbeuterischen Systems, das von Gier gefüttert wird und einen Rattenschwanz an negativen Auswirkungen für Mensch und Tier nach sich zieht. Denken wir nur an die erbarmungslosen Tiertransporte, wo Tiere unter bestialischen Bedingungen über tausende Kilometer hin und her gekarrt werden. Nicht zuletzt haben die Vorfälle auch gezeigt, welchen unwürdigen Arbeitsbedingungen für viele Menschen dieses System hervorruft und unterstützt.

Es ist an der Zeit umzudenken und jetzt auch das uns Mögliche zu tun, um solchen Missständen entgegenzuwirken. Fakt ist, jeder Einzelne kann durch sein Handeln die Welt verändern! So wie schon Mahatma Gandhi sagte: „Willst du die Welt verändern, so verändere dich selbst…“

Wir können auf den nächsten Skandal warten und uns wieder fragen, warum so etwas geschieht! Aber wir können auch unser Fleisch, Obst und Gemüse bei unseren Bauern einkaufen oder uns über Selbstangebautes freuen. Wir könnten Initiativen für eine gerechtere Welt unterstützen und uns für schärfere Gesetze und vermehrte Kontrollen im Lebensmittelbereich einsetzen. Wir können auch weniger Fleisch konsumieren und uns genauer über Herkunft und Haltung informieren. Wir können uns verändern und damit die Welt um uns herum.

 

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Nachricht über den deutschen Fleischverarbeitungsbetrieb Tönnies, wo sich über 1.500 Mitarbeiter eines Schlachthofes mit dem Coronavirus infiziert haben, ging durch alle Medien und hat viele […]