Editorial

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis Südtirols Wirtschaft sich wieder vollständig von den Auswirkungen der Corona Pandemie erholt hat. Vorausgesetzt, die Maßnahmen, die gegen die Pandemie ergriffen werden, fruchten.

Waren viele Wirtschaftstreibende im letzten Sommer noch optimistisch gestimmt, ist diese Stimmung mittlerweile in einen „verhaltenen Optimismus“ umgeschlagen. Auf die Auswirkungen, die durch die zweite Coronawelle im Herbst hervorgerufen wurden, waren gar einige Unternehmen nicht vorbereitet. Seither kämpfen viele Betriebe hierzulande mit unzureichender Liquidität und einem starken Kostenanstieg vor allem im Bereich der Rohstoffe. Dazu fordert diese Wirtschaftskrise noch Entlassungen und Konkurse.

Diese Informationen haben die letzten Beobachtungen des Instituts für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen (WIFO) ergeben. Das Wirtschaftsbarometer des WIFO ist die wichtigste Konjunkturerhebung. In der Titelgeschichte dieser Ausgabe haben wir die momentane Stimmung der Südtiroler Wirtschaft mit Experten nachzuzeichnen versucht.

Laut den Wirtschaftswissenschaftlern werden, neben der Entwicklung der Pandemie, auch unterstützende Aufbaupläne von Seiten der Regierungen für die Unternehmen eine wesentliche Rolle für eine wachsende Wirtschaft spielen. Genauso entscheidend ist die wirtschaftliche Verflechtung der Südtiroler Unternehmen mit nationalen und internationalen Märkten, die gleichermaßen mit den Herausforderungen der Pandemie konfrontiert sind. Auf Dauer wird jedoch für eine wachsende Wirtschaft immer die Fähigkeit zur Innovation eines Betriebes im Mittelpunkt stehen. Durch die Corona-Krise wurden innovative Ideen geradezu aus dem Boden gestampft, betrachtet man etwa die beschleunigte Digitalisierung. Innovativ zu sein, bedeutet aber auch neue Anschaffungen für den Betrieb in Angriff zu nehmen, was ohne entsprechende finanzielle Reserven schwierig ist. Was die Investitionen anbelangt, gibt es laut den Fachleuten aber noch keine deutliche Erholung in der Südtiroler Wirtschaft. Dies liegt laut ihnen an der Ungewissheit über die Entwicklung der Pandemie im bevorstehenden Herbst und auch daran, dass die Unternehmen aus Vorsicht über erneute Liquiditätsengpässe lieber finanzielle Reserven anlegen, denn sie zu investieren. Als Anzeichen für eine Erholung der Südtiroler Wirtschaft gilt unter den Wirtschaftsexperten die voranschreitende Impfkampagne, auch wenn in vielen Wirtschaftsbereichen noch Ungewissheit über die Zukunft vorherrscht. Bleibt zu hoffen, dass der Herbst neue Zuversicht für die Südtiroler Wirtschaftstreibenden zulässt.

 

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

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