Editorial

wohl kaum ein Thema betrifft alle Menschen gleichermaßen wie die Gesundheit. Und genau dieses Thema hat in den letzten Jahren in Südtirol so viel Staub aufgewirbelt, wie kein zweites. Die Gesundheit von Herr und Frau Südtiroler und das System dahinter sind seit Jahren zum Dauerbrennerthema geworden. Seither geht es wie auf dem Jahrmarkt, auf und nieder – immer wieder.

Wenn es auch schon vorher gehörig unter dem Kochdeckelt brodelte, war wohl die Schließung der Geburtenstationen in Südtirols Krankenhäusern vor einigen Jahren der Auslöser für eine kollektive Auflehnung von Seiten der Bevölkerung. Das neue Impfgesetz sorgt jetzt dafür, dass vor allem Eltern dem System den Rücken kehren.

Gefolgt von Meldungen korrupter Angestellter, Hausärztemangel, unendlicher Wartezeiten und unversicherter Ärzte. Dann kam die einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrages mit dem Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Thomas Schäl. Angesichts der vorhergehenden zahlreichen Differenzen mit der öffentlichen Verwaltung war dies wohl keine Überraschung für Herr und Frau Südtiroler, die stattliche Abfindung von rund 180.000 Euro für den Generaldirektor dagegen schon.

Anscheinend noch nicht genug an Unannehmlichkeiten für den Steuerzahler und die Patienten, wie die Nachricht, die in den letzten Tagen zirkulierte, zeigte. Auf ein Neues hieß es: „Schäl oder nicht Schäl, das ist hier die Frage?“ Die Ausschreibung zur Besetzung des Postens des Generaldirektors des Südtiroler Sanitätsbetriebes sei aufgrund von Formfehlern ungültig, hieß es in unterschiedlichen Quellen. Und so schnell, die Nachricht kam, so schnell wurden die Aussagen von der Landesabteilung Gesundheit dementiert.

Unglaublich, aber wahr! Das war die Nachricht vom vergangenen Montag. Eine lange Menschenschlange wartete in Bruneck auf die Basisarztwahl. Einige waren seit vier Uhr früh auf den Beinen, um nur einen neuen Hausarzt zu wählen.

Angesichts dieses Wirrwarrs schütteln wohl einige Südtirolerinnen und Südtiroler den Kopf und würden ihn manchmal am liebsten in den Sand stecken! Bestimmt aber fragen sie sich auch, um was es denn hier eigentlich geht? Es steht doch unsere Gesundheit auf dem Spiel und Gesundheit ist doch bekanntlich „das höchste Gut“?

Ein deutsches Sprichwort besagt, „Gesundheit ist leichter verloren als wiedergewonnen“ und so steht es wohl auch mit dem Vertrauen und der Glaubwürdigkeit rund um das Thema Gesundheit und dem System dahinter.

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

wohl kaum ein Thema betrifft alle Menschen gleichermaßen wie die Gesundheit. Und genau dieses Thema hat in den letzten Jahren in Südtirol so viel Staub aufgewirbelt, […]