Editorial

die neue, hoch gepriesene Regelung für alle Unternehmen rückt immer näher. Ab 1. Jänner 2019 wird die elektronische Rechnung keinem Unternehmer mehr erspart bleiben, egal ob Großbetrieb oder Freiberufler. Auch egal, ob ich meiner Freundin eine Rechnung schicke oder meinem Kunden, dies muss digital geschehen.

Mit der digitalen Fakturierung hat es sich der italienische Staat offensichtlich zum Ziel gemach effizient gegen die Steuersünder ins Feld zu ziehen. Und wenn schon, denn schon – deshalb holt man gleich alle mit ins selbe Boot. Ob diese digitale Rechnung aufgeht oder noch mehr Chaos hinterlässt, muss sich erst zeigen. Seit die Regelung eingeführt wurde, hat sie vorerst nur Wut und Unmut zustande gebracht.

Südtirols Wirtschaftsverbände versuchen seit Bekanntwerden der Regelung ihre Mitglieder über die Handhabung und Auswirkungen zu informieren. Die Säle zu den Informationsabenden waren jedenfalls in ganz Südtirol bis zum letzten Platz besetzt und haben gezeigt, dass die Unsicherheit und die Verwirrung unter den Betrieben groß sind. Diese Summe kann die E-Rechnung auf alle Fälle schon auf ihrem Konto verbuchen.

Auch, wenn es sich einfach anhört: Die E-Rechnungen müssen über eine Software erstellt und an die Agentur für Einnahmen versendet werden. Diese leitet die Rechnung dann an den richtigen Empfänger weiter und alles kann kontrolliert werden.

Vor  allem für die Kleinbetriebe und Freiberufler ist die E-Rechnung aber mit einem Mehraufwand verbunden: Entweder die Betroffenen besorgen sich die spezielle App oder Software damit sie die E-Rechnung selbst schreiben und übermitteln können oder sie bezahlen fürs Ausstellen – für  jede Rechnung. So viel ist sicher: Die italienische Regierung kann mit der Einführung der digitalen Rechnung erneut ein Plus auf ihrem bürokratischen Konto verbuchen, das in den letzten Jahren rasant und stetig angestiegen ist.

Dass Unternehmer keine Lust mehr auf ein Unternehmertum haben, das zwischen ständigen Kontrollen und Gesetzen keine Freiräume mehr für die geliebte Arbeit zulässt, ist ihnen nicht zu verdenken. Ihre wertvolle Zeit, die sie gerne dafür verwenden würden,  zukünftigen Entscheidungen zu treffen, die sie für richtig erachten.

Denn so, wie es der Philosoph und Schriftsteller Richard David Precht formuliert, sind wir es, die die Weichen für unsere Zukunft stellen: „Denn die Zukunft kommt nicht – sie wird von uns gemacht!“

Herzlich
Ihre Tanja Leitner – redaktion@puschtra.it

16. Februar 2017

Liebe Leserin, lieber Leser,

die neue, hoch gepriesene Regelung für alle Unternehmen rückt immer näher. Ab 1. Jänner 2019 wird die elektronische Rechnung keinem Unternehmer mehr erspart bleiben, egal ob […]